Yen markiert 15-Jahrestief
Posted by Forexyard • Thursday, August 26. 2010 • Category: Forex
Weltweit fallende Aktienkurse und eine gebremste Risikobereitschaft veranlassen Investoren gegenwärtig dazu, sich in so genannte sichere Häfen wie den Japanischen Yen zu flüchten. Am gestrigen Mittwoch hat der US-Dollar schließlich die Marke bei 84,75 durchbrochen und markierte somit ein 15-Jahrestief gegenüber dem JPY. Die Börse in Tokio verzeichnet fortwährend Verluste, während der Yen-Anstieg nicht zu stoppen ist.
USD - Dollar tendiert seitwärts
Uneinheitlich handelte der US-Dollar gestern: Verluste verzeichnete die US-Währung erneut gegen Japans Yen und den Schweizer Franken. Zum Britischen Pfund Sterling konnten vorübergehende Kursgewinne verbucht werden. Marktbeobachter spekulieren auf eventuelle Interventionen seitens der Zentralbanken Bank of Japan (BOJ) sowie Schweizerische Nationalbank (SNB).
EUR/USD handelte kaum verändert nahe des Eröffnungspreises um die Marke von 1,2655. Das Tageshoch für GBP/USD wurde bei 1,5480 ausgegeben, während das Cross bei 1,5429 in den Tag startete. USD/CHF wiederum rutschte von 1,0315 auf 1,0300 ab.
Die Kursschwankungen des gestrigen Handelstages wurden von größeren Ausschlägen des Dow Jones nach unten und oben begleitet. Der Index bewegte sich am Mittwoch überwiegend unter 10.000 Punkten. Die US-Börsen konnten sich jedoch zu später Handelsstunden noch von ihren Tagesverlusten erholen und mit Gewinnen schließen. Erneut entmutigend fielen die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA aus. Zum einen enttäuschte das Ergebnis zum Auftragseingang für langlebige Güter im Juli die Erwartungen der Experten. Im Vormonatsvergleich ergab sich laut US-Handelsministerium ein Anstieg von 0,3%, während Analysten mit einer Zunahme um 2,8% gerechnet hatten. Darüber hinaus waren auch die US-Neubauverkäufe im Monat Juli erneut stark rückläufig. Die Zahl der verkauften Einheiten brach mit 276.000 Häuser um 12,4% auf ein neues Rekordtief ein. Ökonomen hatten ein Ergebnis von 333.000 Neubauverkäufen prognostiziert.
Ein wichtiger Indikator am heutigen Donnerstag sind die um 14:30 Uhr zur Veröffentlichung ausstehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Von Experten erwartet wird ein Rückgang um 10.000 auf 490.000 Anträge. Ferner auf der Agenda: Das 34. alljährlich stattfindende Wirtschaftspolitische Symposium der US-Notenbank von Kansas City in Jackson Hole zum Thema: „Macroeconomic Challenges: The Decade Ahead“. Abzuwarten bleibt, ob die Fed Hinweise zu einer möglichen zukünftigen Änderung ihres geldpolitischen Kurses gibt. Unterstützung und Widerstand für EUR/USD befinden sich bei 1,2470 respektive 1,2730.
EUR - SNB-Interventionen in Aussicht?
Noch bis vor einigen Tagen konnte sich EUR/CHF oberhalb der 1,30er Marke halten. Ein neues historisches Allzeit-Tief markierte das Paar jedoch gestern Mittag bei 1,2977. Der EUR bleibt unter generellem Druck und die 1,28er Marke scheint immer näher zu rücken.
Aufgrund der letzten EUR/CHF-Entwicklung scheint eine erneute Intervention seitens der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nicht unwahrscheinlich. Auch der USD verzeichnete Kursverluste gegenüber dem Schweizer Franken, nachdem die gestern ausgegebenen Verkaufszahlen zu den Hausneubauten sowie das Ergebnis zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA im Monat Juli weit unter den Erwartungen der Experten lag und somit Anlegern wieder Mut nahm.
Mit einer eventuellen Intervention versucht die SNB, wie bereits in der Vergangenheit, der kräftigen Kursbewegung von EUR/CHF Einhalt zu gebieten, damit die Schweizer Exportwirtschaft nicht zu stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Bislang hatte die SNB also eine Aufwertung des Franken wiederholt nicht zugelassen, was sich für die Schweizer angesichts der konjunkturellen Entwicklung im Land, einem Wachstum von rund 2% sowie der bestehenden Preisstabilität ausgezahlt hat.
JPY - BOJ-Interventionen in Aussicht?
Nach dem gerade markierten 15-Jahreshoch des JPY zum USD, war im weiteren Tagesverlauf am Mittwoch eine Erholung bis zur Marke von 84,98 möglich. Nicht zu übersehen war darüber hinaus die Schwäche des Euro zum japanischen Yen. Händler wissen, dass die japanische Regierung eine direkte Intervention am Devisenmarkt nicht mehr ausschließt.
USD/JPY notiert derzeit bei 84,57. Zwischenzeitlich Luft holen konnte der USD bei 84,64, nachdem der Eröffnungspreis mit 84,38 ausgegeben wurde. Auch für EUR/JPY waren leichte Korrekturen zu erkennen. Dieses Paar startete bei 106,79 in den Handelstag und kletterte im Handelsverlauf bis auf die Marke von 107,20.
Darüber hinaus hat die Börse in Tokio erneut Verluste verzeichnet. Zu den größten Verlierern gehörten erneut die Titel von Exportunternehmen, denn der starke Yen mindert die Gewinne. Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte gestern in einer Pressekonferenz, dass er angemessen reagieren werde, sobald die Notwendigkeit dazu bestehe.
Rohöl - Ölpreise steigen trotz wachsender Lagerbestände
Heute Morgen sind die Ölpreise nach den anhaltenden Abwärtstendenzen der letzten Tage wieder etwas gestiegen. Am Donnerstag kletterte der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte WTI mit Auslieferung im Oktober im asiatischen Handel um $0,30 auf $72,82. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete $73,72 Dollar und somit $0,24 mehr als am Mittwoch.
Der Kursanstieg erfolgte trotz eines jüngsten Bestandszuwachses. Wie das Department of Energy (DOE) am Mittwoch meldete, stiegen die Vorräte an Rohöl in den USA in der vergangenen Woche um 4,1 Mio. Barrel und damit vierfach so stark wie von Analysten erwartet.
Die jüngste Dollar-Schwäche sorgt wieder für positive Stimmung an den internationalen Warenterminmärkten. Darüber hinaus verweisen Händler auf technische Faktoren als Beweggrund für den plötzlichen Auftrieb bei den Ölpreisen.
Unterstützung und Widerstand für Rohöl könnten zunächst bei $70,75, bzw. $74,15 liegen.
Technische News
EUR/USD
Da die meisten Indikatoren dieses Paares im neutralen Bereich schwanken, ergibt sich aktuell keine deutliche Ausrichtung für EUR/USD. Dennoch ist zu erkennen, dass diese mittlerweile aufwärts gerichtet sind. Seitdem der Preis aus dem überverkauften Bereich des RSI auf der Tages-Chart herausgedreht hat, ist es wahrscheinlich, dass sich das aufwärts gerichtete Momentum in den kommenden Tagen verstärkt. Heute auf steigende Kurse zu setzen, könnte die zu bevorzugende Strategie sein.
GBP/USD
Dieses Paar scheint heute für eine gleichförmige Abwärtsbewegung positioniert zu sein. Der Stunden- und Wochen-RSI bewegt sich im überkauften Bereich und signalisiert Abwärtsdruck. Auch das Abwärtskreuzen des Slow Stochastic auf der 4-Stunden- und Tages-Chart bestätigt diesen Trend. Verkaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
USD/JPY
Im Grunde genommen sind heutige Kurskorrekturen nach oben zum bislang anhaltenden Abwärtstrend bei USD/JPY nicht unwahrscheinlich. Jedoch mangelt es technisch an einer Bestätigung dieser Annahme. Ein Großteil der Indikatoren bewegt sich im neutralen Bereich, während einige wiederum auf weitere rückläufige Tendenzen deuten. Auf der 4-Stunden-Chart ist zu erkennen, dass der Slow Stochastic abwärts kreuzt. Weiterhin auf fallende Kurse zu setzen, scheint die bessere Wahl am heutigen Handelstag zu sein.
USD/CHF
Aktuell scheint sich der Preis dieses Paares im überverkauften Bereich des RSI auf der 4-Stunden- und Wochen-Chart zu bewegen. Dies kann als Zeichen für Aufwärtsdruck gedeutet werden. Auch der Slow Stochastic der Wochen-Chart bestätigt durch sein Aufwärtskreuzen diesen Trend. Für heute könnte es die richtige Taktik sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
Die Wild-Card
CAD/CHF
Nach dem stark rückläufigen Trend dieses Währungspaares, lassen die meisten Indikatoren letztendlich auf mögliche Kurskorrekturen schließen. Der RSI der 4-Stunden-, Tages- und Wochen-Chart schwankt im überverkauften Bereich. Der Slow Stochastic der Tages-Chart hat gerade aufwärts gekreuzt. Alle technischen Hinweise deuten auf eine günstige Gelegenheit für Forex -Händler, beim aktuellen Trendtief zu einem hervorragenden Preis jetzt einzusteigen und bei CAD/CHF heute auf steigende Kurse zu setzen.
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