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Wochenausblick: Keine Höhenflüge

Posted by Börse Frankfurt • Monday, July 26. 2010 • Category: Indizes
26. Juli 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Kurz vor dem Startschuss für die Quartalsberichtserstattung der DAX-Unternehmen am morgigen Dienstag sind die meisten Marktbeobachter zuversichtlich und rechnen mit Unterstützung für den deutschen Aktienmarkt. Trotz des Feuerwerks an Zahlen – ein Kursfeuerwerk wird nicht erwartet. Dafür wiegen die Probleme noch zu schwer.

Auf der einen Seite ist die Berichtssaison in den USA und auch Europa bislang positiv verlaufen, und das wird nach Einschätzung der meisten Experten auch so bleiben. Außerdem sollten die europäischen Banken-Stresstests, deren Ergebnisse am Freitag für Europa nachbörslich bekannt gegeben wurden, für Beruhigung sorgen. Auf der anderen Seite hat die jüngste Bemerkung von US-Zentralbankchef Ben Bernanke, dass die konjunkturelle Lage in den USA „äußerst unsicher“ sei, die Pessimisten bestärkt. Nach einem Plus von 2,1 Prozent in der Vorwoche liegt der DAX am Montagvormittag bei 6.147 Punkten leicht im Minus, der Nikkei-225-Index ist am Morgen nach europäischer Zeit um 0,77 Prozent auf 9.504 Punkte gestiegen.

Kursgewinne dank guter Unternehmenszahlen

Klaus Stabel von ICF Kursmakler weist darauf hin, dass von den 14 Dow Jones Industrial-Unternehmen, die bereits über das zweite Quartal berichtet haben, 13 die Schätzungen übertroffen haben. „Falls sich die Ergebnisprognosen der DAX-Unternehmen um die durchschnittlich erwarteten 33 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal verbessern sollten, steht der Aktienmarkt sehr wahrscheinlich vor weiteren Kursgewinnen“, glaubt Stabel und verweist abermals auf die „erheblichen Bewertungsvorteile“ gegenüber Renten.

LBBW erwartet keine neuen Jahreshochs

Auch nach Ansicht von Steffen Neumann von der Landesbank Baden-Württemberg sollten die guten Unternehmensergebnisse dem deutschen Aktienmarkt zunächst Möglichkeiten für weitere Indexgewinne bieten, zumal die Gewinnerholung auf breiter Basis stehe. „Allerdings könnte es mit den latenten Sorgen um die internationale Konjunktur im Rücken wohl noch schwer fallen, neue Jahreshochs am Aktienmarkt in Angriff zu nehmen“, meint der Investmentanalyst.

Technik: Sprung über ehemaligen Aufwärtstrend nötig

„Neue Chance, neues Glück“, lautet der HSBC Trinkaus & Burkhardt zufolge das Motto für diese Woche aus technischer Sicht. Der Cluster aus dem Aufwärtstrend seit Februar und der 200-Tages-Linie bei aktuell 5.856/5.891 Punkten habe sich als zuverlässige Unterstützung erweisen. „Erst der Sprung über das Hoch vom 13. Mai und den ehemaligen Aufwärtstrend seit Juli 2009 bei 6.277//6.284 Punkten sollte das Tauziehen endgültig zu Gunsten der Bullen entscheiden“, meinen die Charttechniker aber. Auch die Indikatoren lieferten neue Einstiegssignale.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 26. Juli

16.00 Uhr. USA: Verkäufe neuer Häuser Juni. HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnet mit einem Rückgang von 300.000 (annualisiert) auf 290.000.

Dienstag, 27. Juli

Quartalszahlen Deutsche Bank, SAP, Daimler, Deutsche Börse, BP, Danone, DuPont, UBS

8.00 Uhr. Deutschland: GfK Konsumklima August. Umfragen zufolge gehen die meisten Analysten von 3,6 Punkten nach 3,5 im Vormonat aus.

15.00 Uhr. USA: CaseShiller-Hauspreisindex Mai. Mit Blick auf die nachlassende Nachfrage nach Immobilien bei einem weiter hohen Angebotsdruck aufgrund von Zwangsversteigerungen erwartet HSBC Trinkaus & Burkhardt, dass sich der Auftrieb stark in Grenzen halten wird. Konkret wird für den Mai lediglich ein Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat prognostiziert.

16.00 Uhr. USA: Verbrauchervertrauen Conference Board Juli. Die Konsensschätzungen liegen bei 51,8 nach 52,9 Punkten im Vormonat. Für den monatlichen Bericht wird das Vertrauen gemessen, das einzelne Haushalte in die Leistung der Wirtschaft haben. Die Haushalte bekommen Fragen zu den örtlichen konjunkturellen Bedingungen und der Verfügbarkeit von Jobs sowie zum erwarteten Familieneinkommen gestellt. Das Conference Board verfolgt außerdem die Kaufabsichten der Verbraucher in den nächsten sechs Monaten.

Mittwoch, 28. Juli

Quartalszahlen Infineon, Deutsche Bahn, ArcelorMittal, BBVA, BAT, PSA Peugeot Citroen

Deutschland: Konsumentenpreise Juli. Die DekaBank erwartet für Deutschland ebenso wie für die Eurozone (Freitag) einen Anstieg der Jahresrate.

14.30 Uhr. USA: Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter Juni. Vor dem Hintergrund der zuletzt stark rückläufigen Neuauftragskomponenten der regionalen US-Einkaufsmanagerindizes aus Philadelphia und New York sollten auch die Veränderungsraten bei den Aufträgen dauerhafter Güter schwächer ausfallen, meint die LBBW. Konkret prognostiziert werden 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Donnerstag, 29. Juli

Quartalszahlen Deutsche Lufthansa, Merck KGaA, VW, MAN, Siemens, Bayer, BASF, Puma, Hugo Boss, Royal Durch Shell, Sanofi-Aventis, Banco Santander, Telefónica

9.55 Uhr. Deutschland: Arbeitsmarktdaten Juli. Nach Ausschaltung des saisonalen Effekts erwartet die DekaBank einen weiteren, wenn auch im Vergleich zu den Vormonaten schwächeren Rückgang der Arbeitslosenzahl. Konkret wird mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent gerechnet.

20.00 Uhr. USA: Beige Book.

Freitag, 30. Juli

Quartalszahlen HeidelbergCement, EADS, Audi, British Airways, Alcatel-Lucent, Renault

11.00 Uhr. EU: Arbeitslosigkeit Juni. Die Konsensschätzungen belaufen sich auf 10 Prozent.

11.00 Uhr. EU: Vorabschätzung Inflation Eurozone Juli. Ebenso wie für Deutschland rechnet die DekaBank auch für die Eurozone mit einem Anstieg der Jahresrate (1,6 Prozent). Dieser sei von Steuererhöhungen in einigen Ländern geprägt. Im Monatsvergleich sollten hingegen rückläufige Energie- und saisonal sinkende Lebensmittel- und Bekleidungspreise zu fallenden Preisen (-0,4 Prozent) geführt haben, erklären die Analysten.

14.30 Uhr. USA: BIP 2. Quartal. Nach Einschätzung der LBBW wird von einer Abschwächung im zweiten Quartal noch nicht viel zu sehen sein, erwartet wird ein Plus von 2,5 Prozent im Quartalsvergleich.

15.45 Uhr. USA: Einkaufsmanagerindex Chicago Juli. Dem „Abwärtssog“ werde sich auch der Einkaufsmanagerindex Chicago nicht entziehen können, meinen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt und rechnen mit einem Rückgang von 59,1 auf 54 Punkte. Der Index beruht auf einer Befragung von mehr als 200 Einkaufsmanagern des verarbeitenden Gewerbes. Ein Wert über 50 Punkte bedeutet eine wachsende, ein Wert unter 50 eine schrumpfende Wirtschaft.
Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf www.boerse-frankfurt.de/termine.
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© 26. Juli 2010/Anna-Maria Borse

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