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EUR und GBP verlieren nach Bernanke-Anhörung

Posted by Forexyard • Thursday, July 22. 2010
Anzeige - Devisenhandel mit ForexyardSowohl Euro als auch britisches Pfund Sterling werteten am Mittwoch gegen Safe-Haven-Währungen ab, nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke bei einer Anhörung im US-Kongress den Ausblick für die US-Wirtschaft als „außergewöhnlich unsicher“ einschätzte. Während die Gemeinschaftswährung im Overnight-Geschäft noch verhältnismäßig stabil zum USD handelte, setzte sich der jüngst drastische Abwärtstrend zum japanischen Yen fort.

USD - USD angesichts gesteigerter Risikoaversion bei mäßigen Kursgewinnen

Der generelle USD-Abwärtstrend, der zu Monatsanfang einsetzte, legte am gestrigen Handelstag zu ersten Mal eine Pause ein. Im Vorfeld der Rede von Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des Senats am Mittwoch verhielten sich die Anleger zurückhaltend. Die Äußerungen des US-Notenbankchefs am Abend belasteten den Euro schlussendlich. Den Ausblick für die US-Wirtschaft schätzt Bernanke als „außergewöhnlich unsicher“ ein. Bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress erklärte er, dass die US-Notenbank notfalls für weitere Maßnahmen zur Stützung der konjunkturellen Erholung bereit sei.

Anleger konzentrierten ihre Investitionen entsprechend wieder auf Safe-Havens. Sowohl Euro als auch Pfund Sterling gaben gestern nach. EUR/USD rutschte in den vergangenen 24 Stunden um 100 Punkte ab und handelt aktuell um die Marke von 1,2768. GBP/USD verlor am gestrigen Handelstag über 200 Punkte, bevor hier leichte Kurskorrekturen einsetzten. Aktuell handelt dieses Währungspaar um die Marke von 1,5180.

Da Risikoaversion momentan die Marktstimmung vorwiegend zu bestimmen scheint, sollten Händler zunächst weitere heute zur Veröffentlichung ausstehende US-Konjunkturdaten abwarten. Um 14:30 Uhr stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Experten erwarten einen leichten Anstieg der Anträge für Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vormessung.

Darüber hinaus wird um 16:00 Uhr das Ergebnis zum Verkauf bestehender US-Häuser im Juni ausgegeben. Hier gehen Marktbeobachter von einem Rückgang um 8,1% im Vormonatsvergleich aus. Zuvor hatte sich der Index bereits um 2,2% verschlechtert. Insgesamt scheinen die Aussichten, entsprechend Bernankes Äußerungen, tatsächlich nicht rosig. Der USD könnte seinen Abwärtskurs im Anschluss an vorgenannte Indizes wieder aufnehmen.

EUR - Euro-Gewinne unterbrochen

Nach der deutlichen Aufwärtsbewegung in den vergangenen Handelswochen, verzeichnete der Euro gestern wieder Kursverluste gegen Safe-Haven-Währungen. Über den 100-Punkte-Verlust gegen den USD hinaus, rutschte die Einheitswährung ebenfalls deutlich gegen Japans Yen in den Keller. EUR/JPY gab dabei in den letzten 24 Stunden um mehr als 200 Punkte nach. Die Marktteilnehmer verweisen auf die Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke am gestrigen Mittwoch als Beweggrund für die Marktbewegungen. Dieser hatte den Ausblick für die US-Wirtschaft als „außergewöhnlich unsicher“ eingeschätzt.

Möglicherweise kann der EUR heute einen Teil der Kursverluste mithilfe von positiven Konjunkturdaten aus Deutschland und Frankreich wieder ausgleichen. Um 9:00 Uhr, bzw. 9:30 Uhr werden hier jeweils die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende sowie das nicht-verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Die Prognosen belaufen sich auf eine positive Entwicklung für beide Bereiche, sowohl in Frankreich auch als in Deutschland. Eventuell können solide Daten die bestehende Risikoaversion am Markt etwas dämpfen und den Marktoptimismus fördern. Ob sich Investoren angesichts einer höheren Risikobereitschaft wieder an höher verzinsten Währungen wie EUR und Pfund Sterling orientieren werden, bleibt jedoch zunächst abzuwarten. Am gestrigen Handelstag hatte die schwache Nachfrage nach einer neuen Staatsanleihe Portugals zunächst den Euro belastet. Der Euro notierte beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Donnerstagmorgen bei $1,2875.

JPY - Risikoaversion gibt Yen Auftrieb gegen Hauptwährungen

Nach den gestrigen Kursgewinnen, setzte der Yen seinen Aufwärtstrend gegen die Hauptwährungen auch im Overnight-Geschäft fort. Seit 22:00 Uhr gestern Abend gab das Währungspaar GBP/USD um 85 Punkte auf aktuell 131,33 nach. Wieder einmal steht der Yen an der Spitze der so genannten Safe-Haven-Währungen. Solide Gewinne gegenüber dem US-Dollar setzten sich fort. Allein beim Übergang in den asiatisch geprägten Handel wertete die US-Währung um rund 60 Punkte gegen den JPY ab. Aktuell handelt USD/JPY um die Marke von 86,50.

Die kurzfristigen JPY-Tendenzen werden heute voraussichtlich angesichts des Mangels an Konjunkturdaten aus Japan von Indikatoren aus den USA und dem Euroraum bestimmt werden. Händler sollten ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf eine weitere Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke heute um 15:30 Uhr vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses im Rahmen des halbjährlichen Berichts zur Geldpolitik sowie auf den aktuellen Bericht zum US-Verkauf bestehender Häuser (Juni) um 16:00 Uhr richten. Sollte die Unsicherheit an den Märkten am Donnerstag weiter anhalten, stehen die Chancen gut, dass der Yen seinen zinsbullischen Trend mittelfristig fortsetzt.

Rohöl - Ölpreise fallen nach überraschendem Anstieg von US-Lagerbeständen

Händler waren gestern äußerst überrascht über den unerwarteten Anstieg der Rohöllagerbestände in den USA in der vergangenen Woche. Die Vorräte sind laut US-Energieministerium um 0,4 Mio. Barrel auf 353,5 Mio. Barrel gestiegen. Analysten hatten einen Rückgang um 1,1 Mio. Barrel erwartet. Im Anschluss an die Veröffentlichung sackte der US-Ölpreis um über $2 ab. Bislang konnten sich die internationalen Ölpreise von ihren kräftigen Verlusten nicht erholen. Am Donnerstagmorgen kostete ein Barrel der US-Sorte WTI zur Auslieferung im September $76,33 und damit $0,23 weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent rutschte um $0,30 $75,09 ab.

Weiteren Druck lieferten die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwochabend, der erklärte, dass die US-Notenbank zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen zur Konjunkturstützung bereit sei. Die Wachstumsaussichten in den USA seien weiterhin äußerst unsicher, so Bernanke. Investoren spekulieren, dass die Öl-Nachfrage aufgrund des steckengebliebenen Konjunkturaufschwungs und der wieder steigenden Arbeitslosigkeit in den USA stark nachlassen könnte. Noch fehlen den Ölmärkten im Vorfeld der Bekanntgabe wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa heute Nachrichtenimpulse. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preise für die Referenzölsorte West Texas Intermediate (WTI) sowie Brent Crude Oil an den New Yorker und Londoner Warenterminbörsen entwickeln.

Technische News

EUR/USD
EUR/USD rutschte gestern bis auf die Unterstützung bei 1,2770 ab. Das Candlestick-Muster auf der Tages-Chart war dabei nicht zu übersehen. Trotz neuer Ausrichtung nimmt das Momentum ab und auch der Slow Stochastic kreuzt abwärts. Die nächste Unterstützung für EUR/USD liegt bei 1,2670.

GBP/USD
Die gestrigen Bewegungen dieses Währungspaares lassen mittlerweile zwei Schlüsselmarken auf der Tages-Chart deutlich erkennen. Im Laufe des gestrigen Handels kletterte GBP/USD bis zur unteren Trendlinie seiner aktuellen Handelsspanne, die zuvor überwunden wurde und nun als Widerstand fungiert. Trotz starkem Preisrutsch notiert das Paar oberhalb der 20-Tage-Linie des Simple-Moving-Average (SMA). Händlern könnte diese SMA-Linie als nächste Unterstützung sowie als Einstiegsniveau für Kaufpositionen mit einem nächsten Richtpreis bei 1,5300 dienen.

USD/JPY
Der Relative Strength Index (RSI) der 4-Stunden-Chart verdeutlicht eine Intensivierung des bisherigen Abwärtstrends, der zu weiteren Kursverlusten für USD/JPY führen könnte. Dieses Paar testet derzeit die Unterstützung bei 86,25. Eine Überwindung dieser könnte das Paar bis zur 84,80-Marke befördern. Auf der Tages-Chart wird deutlich, dass technische Unterstützung zwischen beiden Niveaus fehlt.

USD/CHF
Am Dienstag schloss USD/CHF bei leichten Kursverlusten zum bisherigen Aufwärtstrend. Mittlerweile wird ein Candlestick-Muster für das Paar deutlich, das ein Ende der zinsbullischen Ausrichtung andeutet. Die gestrige Kurskorrektur bestätigt dies. Möglicherweise bewegt sich USD/CHF nun abwärts in Richtung nächste Unterstützung bei 1,0400.

Die Wild-Card
Rohöl

Die kräftigen Kursverluste am gestrigen Mittwoch bieten Händlern möglicherweise gute Einstiegsgelegenheiten für Kaufpositionen bei Rohöl. Der Preis schloss mit $76,35 nahe des 38,2%-Fibonacci-Retracement-Levels des vorausgegangenen Abwärtstrends. CFD- Forex -Händler könnte sich anbieten, auf steigende Kurse bei einem nächsten Richtpreis um den Widerstand bei $78,10 zu setzen, sollte Rohöl wieder oberhalb des letzten Preisniveaus notieren.

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