Dollar, Euro und Yen: Wer ist das kleinere Übel?
Posted by Dr. Detlef Rettinger • Saturday, July 10. 2010 • Category: Forex
Seit Beginn der Finanzkrise und zum Teil schon vorher wechselt das Interesse der Anleger zwischen den großen Weltwährungen US-Dollar, Euro, Yen, Pfund und Franken hin und her. Bis 2007 war der Yen wegen des extrem niedrigen Zinsniveaus ganz oben auf der Verkaufsliste, dann war es der US-Dollar, später das Pfund und zuletzt der Euro.
Wachstum um jeden Preis
Doch die Währungen der großen, etablierten Industrieländer sind allesamt stark angeschlagen. Grund dafür sind Strukturprobleme unterschiedlicher Art, wie z.B. Immobilienblasen, Überschuldung der privaten Haushalte, Staatsdefizite, Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz und nicht zuletzt Überalterung. Hervorgerufen oder verschärft wurden diese Probleme durch die teils verzweifelten Versuche, mit niedrigen Zinsen, hohen Staatsausgaben und anderen langfristig untauglichen Mitteln Wachstum zu erzeugen, um den relativen Absturz gegenüber den aufstrebenden Ländern China, Indien, Brasilien und anderen zu verhindern oder wenigstens abzumildern. Letztlich suchten die Anleger also in den letzten Jahren unter den großen Weltwährungen nur das kleinere Übel, den häufig zitierten „sicheren Anlagehafen“. Es ist anzunehmen, dass dieses „Spiel“ auch in den kommenden Jahren weitergeht.
Keine Flucht aus dem Euro
Trader dürften gut beraten sein, die daraus resultierenden, eher kurzfristigen Trends auszunutzen, langfristige Investments in eine der großen Währungen erscheinen aber riskant. Auch eine Flucht aus dem Euro ist übertrieben, denn vielleicht stehen in wenigen Monaten schon der US-Dollar oder der Yen unter Beschuss. Gründe dafür gibt es genug. In den USA baut sich die Hypothekenkrise trotz aller Gegenmaßnahmen weiter auf und Japan hat die höchsten Staatsschulden aller großen Industrieländer und die am schnellsten vergreisende Bevölkerung.
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Keine Flucht aus dem Euro
Trader dürften gut beraten sein, die daraus resultierenden, eher kurzfristigen Trends auszunutzen, langfristige Investments in eine der großen Währungen erscheinen aber riskant. Auch eine Flucht aus dem Euro ist übertrieben, denn vielleicht stehen in wenigen Monaten schon der US-Dollar oder der Yen unter Beschuss. Gründe dafür gibt es genug. In den USA baut sich die Hypothekenkrise trotz aller Gegenmaßnahmen weiter auf und Japan hat die höchsten Staatsschulden aller großen Industrieländer und die am schnellsten vergreisende Bevölkerung.
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