Dollar nach Trichet-Ansprache auf 2-Monats-Tief
Posted by Forexyard • Friday, July 9. 2010 • Category: Forex
Der US-Dollar wertete am gestrigen Donnerstag gegen die europäische Gemeinschaftswährung EUR ab. Zuvor hatte sich EZB-Chef Jean-Claude Trichet nach der Sitzung des Rats der EZB in Frankfurt insgesamt positiv zur Lage an den internationalen Finanzmärkten geäußert und die Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse von Banken im Euroraum verteidigt. Positive Impulse aus den Vereinigten Staaten lieferten die gestern veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten: In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend deutlich gesunken. Entsprechend reagierten die Aktien an der Wall Street positiv und der US-Aktienmarkt schloss am Donnerstag fester. US-Dollar-, JPY- und Gold-Anlagen zählten zu den gestrigen Verlierern am Markt.
USD - Dollar fällt trotz ermutigender US-Arbeitsmarktdaten
Der US-Dollar wertete gestern erneut gegen übrige Hauptwährungen ab. Der Internationale Währungsfonds IWF rechnet mit einem Anstieg der Weltwirtschaftsleitung im Jahr 2010 um 4,2%. In seiner jüngsten Einschätzung bestätigt der IWF eine deutliche Erholung der Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist überraschend stark zurückgegangen. Demnach wurden in der vergangenen Woche insgesamt 454.000 und damit 21.000 Anträge weniger als in der Vorwoche gestellt. Experten hatten mit einem Rückgang von lediglich 12.000 Anträgen gerechnet.
Zum japanischen Yen wertete der US-Dollar wieder etwas auf. Der Greenback kletterte im gestrigen Handelsverlauf zum JPY um 0,6% auf die Marke von 88,20 und entfernte sich damit weiter von seinem zuvor erreichten 7-Monats-Tief bei 86,96 zu Beginn des Monats. Entsprechend der Aktienkurse an der Wall Street präsentierten sich auch die US-Anleihen am Donnerstag im späten New Yorker Handel mit Aufschlägen.
Angesichts des Mangels an Konjunkturdaten aus den USA kann die Liquidität im Markt heute gering ausfallen. Heftige Preisbewegungen sind in Marktsituationen wie diesen jedoch nicht auszuschließen. Bei einer gegenwärtigen Marktstimmung, die sich eher gegen den USD richtet, könnten sich die jüngsten Abwärtstendenzen der US-Währung heute zunächst fortsetzen.
EUR - EUR bei neuen Rekordständen
Die europäische Gemeinschaftswährung markierte am Donnerstag ein neues 2-monatiges Rekordhoch gegen den US-Dollar. Am gestrigen Handelstag näherte sich der Euro zwar der Marke von $1,27 USD, konnte diese jedoch nicht nachhaltig überwinden. Vor dem Wochenende erwarten Händler weiterhin eine positive Performance der Gemeinschaftswährung. In seiner jüngsten Prognose erwartet der IWF in 2010 ein Wachstum der Wirtschaftsleistung im Euroraum von 1%. Diese hänge jedoch stark von der Umsetzung einer stabilitätsfördernden Geld- und Währungspolitik in den Eurozonen-Ländern ab. In seiner die jüngste Sitzung des Rats der EZB zum Leitzinsentscheid begleitenden Ansprache verteidigte EZB-Chef Jean-Claude Trichet den in dieser Woche angelaufenen Stresstest von 91 europäischen Banken.
Für das Währungspaar EUR/USD befindet sich die nächste Unterstützung bei $1,2675. Der nächste Widerstand liegt aktuell bei $1,2791.
Marktbeobachter stehen dem europäischen Bankenstresstest skeptisch gegenüber. Die Währungshüter um Trichet sehen hier einen wichtigen Schritt in Richtung Transparenz, der das Vertrauen der Investoren in den europäischen Bankensektor erhöhen soll.
JPY - Risikoappetit drückt Yen abwärts
Der JPY gab im gestrigen Handel gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen nach. Die steigenden internationalen Aktienkurse veranlassten Anleger, sich an risikoreiche Währungen heranzuwagen. Investoren entschieden sich dazu, den weniger gewinnbringenden Yen gegen ertragreiche Währungen sowie Aktien und Rohstoffanlagen einzutauschen.
Zum EUR handelte der Yen nahe eines neuen 2-Wochen-Tiefs. Der aktuell steigende Marktoptimismus mindert die Nachfrage nach der verhältnismäßig „sicheren“ japanischen Währung. Zuletzt wurde der JPY von einer risikoaversen internationalen Marktstimmung gestützt. Mit der wenn auch möglicherweise nur vorübergehenden Beruhigung an den globalen Finanzmärkten drohen dem japanischen Yen entsprechend deutliche Kurskorrekturen. Aufgrund der positiv aufgenommen Vorgaben aus den USA präsentierten sich auch die asiatischen Aktienmärkte heute Morgen freundlicher. Zum Australischen Dollar handelte der JPY bei 77,57 von zuvor 77,52. Insgesamt wertete der Yen hier in dieser Woche um 4,9% ab.
Rohöl - Rohöl wieder zurück über $75 pro Barrel
Am Donnerstag kletterten die internationalen Ölpreise um nahezu 2% in die Höhe. Der gegenwärtige USD-Abwärtsdruck sowie ein überraschend deutlicher Rückgang der US-Rohöllagerbestände trieben die Marktstimmung an. Laut Department of Energy (DoE) sind die Rohöllagerbestände in den USA in der Woche zum 2. Juli im Vorwochenvergleich um 4,961 Mio. Barrel auf 358,154 Mio. Barrel gefallen. Experten hatten mit einem Rückgang um lediglich 1,8 Mio. Barrel gerechnet. Im frühen Handel am Freitag stieg der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte WTI zur Auslieferung im August um $0,37 auf $75,81. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit $75,02 $0,31 mehr als am Vortag.
Die freundliche Stimmung an den Ölmärkten sei hauptsächlich auf die positiven Entwicklungen an den US-amerikanischen sowie asiatischen Aktienmärkten zurückzuführen, so Händler. Die Ölnachfrage scheint sich global zu stabilisieren.
In den vergangenen zwei Handelstagen waren die Preise um rund $4 gestiegen.
Technische News
EUR/USD
Der Kurs dieses Währungspaares scheint in den überkauften Bereich auf der Tages-Chart gedreht zu haben. Ihr RSI deutet auf eine bevorstehende Abwärtsausrichtung. Die fallende Tendenz des 4-Stunden-RSI bestätigt diesen Trend. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, sobald die Überwindung des unteren Handelsbereichs erfolgt.
GBP/USD
Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt aktuell unterschiedliche Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen keine eindeutige Tendenz erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie bei diesem Währungspaar deutlichere Signale auf der Stunden-Chart ab.
USD/JPY
Die Tages-Chart gibt auch für USD/JPY unterschiedliche Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Jedoch befindet sich der RSI der 4-Stunden-Chart bereits im überkauften Bereich, was bedeuten könnte, dass hier eine Preiskorrektur nach unten bevorsteht. Heute könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/CHF
In den letzten Handelstagen ergaben sich für dieses Paar äußerst rückläufige Tendenzen. Die technischen Indikatoren signalisieren jedoch, dass sich möglicherweise schon bald eine Trendwende einstellt. Entsprechend der Signale, die der Slow Stochastic auf der Tages-Chart liefert, steht ein zinsbullischer Umschwung unmittelbar bevor. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte sich bei diesem Paar jetzt auszahlen.
Die Wild-Card
AUD/USD
Der kontinuierliche Aufwärtstrend hat AUD/USD letztendlich in den überkauften Bereich des RSI auf der 8-Stunden-Chart gedrückt. Darüber hinaus scheint das gegenwärtige Abwärtskreuzen des Slow Stochastic auf eine sich ankündigende Preiskorrektur nach unten zu deuten.
Forex -Anlegern bietet sich hier möglicherweise eine gute Handelsgelegenheit, die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne auf den Stunden-Charts abzuwarten und anschließend zu verkaufen, um aus dem bevorstehenden Trend Profit zu schlagen.
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