Infineon: Vor Verkauf der Handy-Sparte?
Posted by Armin Brack • Friday, June 25. 2010 • Category: Aktien
Gerüchte, wonach Infineon einen Verkauf seiner Handychip-Sparte plane, verhalfen der Aktie zum erneuten Sprung über die Fünf-Euro-Marke. Damit ist der kurzfristige Abwärtstrend seit Ende April gebrochen. Der starke DAX half der Aktie zusätzlich auf die Beine.
Die Handysparte war jahrelang das Sorgenkind von Infineon und ist selbst nach dem jüngst erreichten Sprung in die Gewinnzone weniger profitabel als die anderen Geschäftsbereiche "Industrie" und "Auto".
Einiges spricht dafür, dass tatsächlich ein Verkauf aus strategischen Gründen geplant ist. Bereits vor rund zwei Wochen war Intel als möglicher Käufer kolportiert worden. Der weltgrößte Hersteller von PC-Halbleitern möchte bei Mobilfunkchips künftig eine ernste Rolle im Markt spielen, rangiert aber bisher unter ferner liefen. Mit dem Kauf der Mobilfunkchip-Sparte von Infineon könnte man verlorenen Boden gut machen.
Allerdings ist Nathan Brookwood vom Marktforschungsunternehmen Insight 64 skeptisch, ob der Deal zustande kommt. Seine Einschätzung: "Damit würde Intel die bisherige Botschaft, dass ihre stromsparenden Morrestown-Prozessoren die beste Lösung für Smartphones und andere mobile Geräte sind, erheblich verwässern."
Dafür, dass Intel umdisponiert, könnte auch die Nachricht sprechen, dass die ehemalige Siemens-Tochter nun offenbar die US-Investmentbank J.P. Morgan mit der Suche nach einem Käufer beauftragt hat.
Mehrwert von einem Euro je Aktie
Ein Verkauf dürfte sich auf jeden Fall positiv für die Infineon-Aktie auswirken. Analyst Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck sieht die Handysparte eher als Belastung, weil sie unterdurchschnittlich profitabel ist. Konkreter wird Günther Hollfelder von UniCredit. Er vergleicht einen möglichen Deal mit der Übernahme der ehemaligen Philips-Halbleitersparte NXP durch STMicroelectronics.
Für den Fall, dass die potenzielle Übernahme bei Infineon zu einem ähnlichen Bewertungsansatz vorgenommen wird, sieht er einen Mehrwert von rund einem Euro je Aktie bei Infineon. Dazu passt sein Kursziel von 6,00 Euro je Aktie, das knapp einen Euro oder 20 Prozent über dem aktuellen Kurs liegt.
Spannend werden dann aber vor allem die Pläne, was Infineon mit dem möglichen Verkaufserlös anfängt. Weil das Unternehmen inzwischen solide durchfinanziert ist, könnte eine eigene Übernahme anstehen. Als mögliches Ziel käme der Bereich Power Management in Frage.
Die Charttechnik spricht inzwischen wieder für die Aktie. Der jüngste Anstieg kann als trendbestätigender Ausbruch aus einer Flaggenformation bewertet werden. Auch Trendindikatoren wie der MACD geben ein Kaufsignal. Somit wird ein Test des alten Jahreshochs bei 5,58 Euro wahrscheinlich.
Mein Fazit
+ Möglicher Verkauf der Handy-Sparte gibt Potenzial
+ Analysten überwiegend positiv gestimmt
+ Charttechnisches Kaufsignal
- Fundamentale Bewertung mit einem 2010er-KGV von 18 bereits relativ hoch
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Armin Brack
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Die Handysparte war jahrelang das Sorgenkind von Infineon und ist selbst nach dem jüngst erreichten Sprung in die Gewinnzone weniger profitabel als die anderen Geschäftsbereiche "Industrie" und "Auto".
Einiges spricht dafür, dass tatsächlich ein Verkauf aus strategischen Gründen geplant ist. Bereits vor rund zwei Wochen war Intel als möglicher Käufer kolportiert worden. Der weltgrößte Hersteller von PC-Halbleitern möchte bei Mobilfunkchips künftig eine ernste Rolle im Markt spielen, rangiert aber bisher unter ferner liefen. Mit dem Kauf der Mobilfunkchip-Sparte von Infineon könnte man verlorenen Boden gut machen.
Allerdings ist Nathan Brookwood vom Marktforschungsunternehmen Insight 64 skeptisch, ob der Deal zustande kommt. Seine Einschätzung: "Damit würde Intel die bisherige Botschaft, dass ihre stromsparenden Morrestown-Prozessoren die beste Lösung für Smartphones und andere mobile Geräte sind, erheblich verwässern."
Dafür, dass Intel umdisponiert, könnte auch die Nachricht sprechen, dass die ehemalige Siemens-Tochter nun offenbar die US-Investmentbank J.P. Morgan mit der Suche nach einem Käufer beauftragt hat.
Mehrwert von einem Euro je Aktie
Ein Verkauf dürfte sich auf jeden Fall positiv für die Infineon-Aktie auswirken. Analyst Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck sieht die Handysparte eher als Belastung, weil sie unterdurchschnittlich profitabel ist. Konkreter wird Günther Hollfelder von UniCredit. Er vergleicht einen möglichen Deal mit der Übernahme der ehemaligen Philips-Halbleitersparte NXP durch STMicroelectronics.
Für den Fall, dass die potenzielle Übernahme bei Infineon zu einem ähnlichen Bewertungsansatz vorgenommen wird, sieht er einen Mehrwert von rund einem Euro je Aktie bei Infineon. Dazu passt sein Kursziel von 6,00 Euro je Aktie, das knapp einen Euro oder 20 Prozent über dem aktuellen Kurs liegt.
Spannend werden dann aber vor allem die Pläne, was Infineon mit dem möglichen Verkaufserlös anfängt. Weil das Unternehmen inzwischen solide durchfinanziert ist, könnte eine eigene Übernahme anstehen. Als mögliches Ziel käme der Bereich Power Management in Frage.
Die Charttechnik spricht inzwischen wieder für die Aktie. Der jüngste Anstieg kann als trendbestätigender Ausbruch aus einer Flaggenformation bewertet werden. Auch Trendindikatoren wie der MACD geben ein Kaufsignal. Somit wird ein Test des alten Jahreshochs bei 5,58 Euro wahrscheinlich.
Mein Fazit
+ Möglicher Verkauf der Handy-Sparte gibt Potenzial
+ Analysten überwiegend positiv gestimmt
+ Charttechnisches Kaufsignal
- Fundamentale Bewertung mit einem 2010er-KGV von 18 bereits relativ hoch
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