US-Dollar klettert auf höchsten Stand innerhalb eines Jahres
Posted by Forexyard • Friday, May 14. 2010 • Category: Forex
Der US-Dollar befand sich am Donnerstag gegenüber EUR und Pfund Sterling überwiegend in der Offensive und setzte seine eindrucksvollen Kursgewinne fort. Die Risikobereitschaft unter den Anlegern blieb auch gestern aufgrund der Sorgen um die langfristige Tragweite der Schuldenkrise im Euroraum gedämpft.
USD - Dollar baut Gewinne US-Arbeitslosenzahlen weiter aus
Viel versprechende US-Arbeitsmarktdaten sowie die Erwartung der Händler daran, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins als erste unter den großen Zentralbanken anheben werden, stützten den US-Dollar im Handelsverlauf am Donnerstag. Rückhalt erhielt die US-Währung von Zuflüssen durch Investoren, die dem EUR den Rücken kehrten, sowie der Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung der US-Konjunktur. Der USD kletterte im Tagesverlauf entsprechend bis auf ein neues 13-monatiges Rekordhoch.
Dabei baute der Dollar seine Kursgewinne gegen den EUR abermals aus, ausgelöst vom positiven Ergebnis zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, ist die Zahl der Erstanträge in der Woche zum 8. Mai um 4.000 auf 444.000 zurückgegangen. Experten hatten jedoch einen höheren Rückgang erwartet.
EUR - EUR fällt zum 3. Tag in Folge aufgrund Sorgen um Staatsverschuldung
Auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag konnte sich der EUR nicht gegen die aktuelle USD-Stärke behaupten. Sorgen um die anhaltend schwache Wirtschaftslage in Europa brachten die Gemeinschaftswährung unter Druck. Zum 3. Tag in Folge wertete der Euro gegen den US-Dollar ab. Marktbeobachter befürchten, dass das zu Wochenbeginn von der EU und dem IWF geschnürte Rettungspaket für Griechenland, nicht ausreichen könnte, um wirksam gegen die Haushaltskrise in Athen vorzugehen.
Auch das Pfund Sterling befand sich am Donnerstag in der Defensive. Die Inselstaatwährung gab im Tagesverlauf um insgesamt 1,4% gegen den Dollar nach und handelte unter der Marke von $1,46, nachdem die National Statistics in London am Donnerstag mitteilte, dass das britische Handelsbilanzdefizit im März 2010 über den Erwartungen angewachsen sei. Das Defizit erhöhte sich auf 7,5 Mrd. GBP. Analysten hatten ein Minus von 6,6 Mrd. GBP prognostiziert. Der britische Notenbankchef Mervyn King wies darauf hin, dass durch den schwachen Exportmarkt der Eurozone das Wachstumspotenzial hohen Risiken gegenüber stehe.
Die europäische Schuldenkrise brachte den EUR am Donnerstag an der New Yorker Börse auf ein neues 14-monatiges Rekordtief. Anleger zweifeln an der Erfüllung der strikten Sparauflagen für Griechenlands, die von EU und IWF dem Land im Gegenzug für die Kredite in Höhe von 110 Mrd. Euro auferlegt haben. Sollte die europäische Einheitswährung unter die Unterstützung bei $1,25 fallen, könnte der Euro im Zuge des erhöhten Verkaufsdrucks in den kommenden Tagen sogar bis auf $1,2330 abrutschen.
JPY - Yen wertet deutlich aufgrund Erholungsanzeichen ab
Der japanische Yen verbuchte gestern aufgrund steigender Kurse an den US-Aktienmärkten sowie Optimismus versprechender Arbeitsmarktdaten in Australien und den USA gegen die Hauptwährungen kräftige Kursverluste. Selbst gegen den EUR gab Japans Yen aufgrund der gegenwärtig nachlassenden Nachfrage nach der asiatischen Zufluchtswährung nach.
Somit rutschte der JPY auf 117,74 EUR von zuvor 117,62. Zum US-Dollar notierte der japanische Yen bei 93,36 USD von zuvor 93,24.
Rohöl - Rohöl notiert bei unter $74 pro Barrel
Am Donnerstag gab der Ölpreis erneut nach und markierte dabei seinen niedrigsten Stand innerhalb der letzten 3 Monate. Die anhaltenden Sorgen um die Euroraum-Stabilität belasteten den EUR, wovon der US-Dollar erneut profitierte. Darüber hinaus fiel der Ölpreis, nachdem in den USA laut der Mortgage Bankers Association of America (MBA) der Index zu den Hypothekenanträgen in der per 7. Mai ausgelaufenen Woche im Vorwochenvergleich um 3,9% gestiegen ist. Am Donnerstag notiert leichtes US-Öl um 58 US-Cents, bzw. 0,8% weniger bei $73,82 pro Barrel. Der Juni-Kontrakt schloss an der NYMEX mit minus $1,25 auf $74,40.
Analysten zufolge bleibt Rohöl auch in den kommenden Handelstages vorerst unter Druck, während der US-Dollar seinen Aufwärtstrend fortsetzen wird. Händler erwarten, dass lediglich ein schwächerer USD dem Ölpreis Aufschwung bringen könnte.
Technische News
EUR/USD
Gestern rutschte dieses Währungspaar im Rahmen seines Abwärtstrends, der bereits im Dezember 2009 einsetzte, bis auf 1,2515 ab. Die starken Abwärtsbewegungen setzen sich fort, während die 10-, 20-, 50-, 100- und 200-Tages Simple Moving Average Linie negative geneigt ist. Die nächste bedeutende Unterstützung für EUR/USD liegt auf der Wochen-Chart bei 1,2450.
GBP/USD
Der USD wertet wieder gegen das Pfund Sterling auf. Der 14-Tages-RSI der Tages-Chart verdeutlicht, dass die rückläufigen Tendenzen des Paares weiteres Potenzial in sich tragen. Der RSI hat in den „überverkauften“ Bereich gedreht und weist nun eine deutlich abwärts gerichteten Trendlinie aus. Eine Überwindung der Marke 1,4570 könnte das Währungspaar bis auf die Unterstützung bei 1,4215 drücken.
USD/JPY
Die Bollinger Bands auf der 4-Stunden-Chart verdichten sich und signalisieren, dass sich ein Durchbruch in unmittelbarer Zukunft vollziehen könnte. Dies wäre eine Überwindung nach oben, da der Slow Stochastic der Chart aufwärts kreuzt. Der 14-RSI tendiert ebenfalls aufwärts und weist somit ein aufwärts gerichtetes Momentum aus. Anleger sollten den Durchbruch zunächst abwarten, bevor sie hier auf steigende Kurse setzen.
USD/CHF
Nach den jüngsten Aufwärtsbewegungen auf der 4-Stunden-Chart trifft das Währungspaar USD/CHF mittlerweile auf einen technischen Widerstand. Der Slow Stochastic kreuzt hier abwärts, was auf mögliche Abwärtstendenzen bereits in naher Zukunft hinweist. Der RSI der 14-Tages-Chart ist bis unter die 70-Marke gefallen und gibt ebenfalls Verkaufssignale aus.
Die Wild-Card
Gold
Der Goldpreis ist gestern bis auf die kurzfristige Unterstützung bei $1233,20 abgerutscht, korrigierte sich jedoch im Anschluss rasch wieder nach oben. Das Momentum ist weiterhin stark aufwärts gerichtet, während das MACD-Histogramm auf der Tages-Chart und der 14-Tages-RSI Aufwärtstendenzen erkennen lassen. Forex -Händler könnten bei Gold bevorzugt auf steigende Kurse setzen. Das Edelmetall kann in Kürze ein neues Rekordhoch bei $1.248,60 markieren.
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