Griechisches Rettungspaket soll Euro retten
Posted by Forexyard • Monday, May 10. 2010 • Category: Forex
Die letzte Handelswoche lässt sich grundsätzlich mit einigen wenigen Worten beschreiben. Worte wie „ungewöhnlich“, „auffallend“ und „außerordentlich“ verwendeten Marktbeobachter wiederholt und versuchten das in der Tat einzigartige Marktgeschehen weltweit zu beschreiben. Einige Marktteilnehmer waren sich schnell einig und glaubten nicht an ein Anhalten des außergewöhnlichen Handels. Die Verabschiedung eines Milliarden schweren Rettungsprogramms für Griechenland seitens der EU am Wochenende könnte nun tatsächlich sämtliche Trends der vergangenen Handelswoche umkehren. Somit ist auch in dieser Woche erneut von einem außerordentlichen Handelsablauf an den Märkten auszugehen.
USD - Positive Arbeitsmarktdaten bringen US-Dollar Auftrieb
In der vergangenen Woche wertete der USD deutlich gegen einen Großteil der Hauptwährungen auf. Dabei markierte die US-Währung ein 14-monatiges Hoch gegen den EUR. Das Währungspaar EUR/USD fiel bis auf die Marke von 1,2500. Zum Pfund Sterling verbuchte der USD einen Kursgewinn von nahezu 600 Punkten.
Positive US-Konjunkturdaten stützten den USD in der vergangenen Handelswoche. Der ISM-Einkaufsmanagerindex beispielsweise deutete mit einem weiteren sprunghaften Anstieg auf eine US-Industrie, die im letzten Monat so stark gewachsen ist wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Darüber hinaus erhöhten sich die Umsätze für Hausverkäufe aus dem um 5,3% im Monat März. Analysten hatten einen Anstieg von lediglich 3,9% erwartet.
Die an den Finanzmärkten viel beachteten NFP-Daten, der offizielle Arbeitsmarktbericht des US-Arbeitsministeriums, wurde schließlich am Freitag veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA im April um 290.000 gestiegen, was den stärksten Anstieg seit März 2006 darstellt. Händler verweisen auf die positiven US-Wirtschaftsdaten als Ursache für die aktuell zinsbullischen Dollar-Tendenzen.
In dieser Woche stehen wieder einige interessante Veröffentlichungen aus der US-Konjunktur auf der Agenda. Wichtigste Indikatoren darunter: die Handelsbilanz am Mittwoch, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag sowie Einzelhandelsumsätze und Verbraucherstimmungsindex am Freitag. Solange die USA positive Konjunkturdaten veröffentlichen, wird der US-Dollar seinen Aufwärtstrend gegen die Hauptwährungen voraussichtlich fortsetzen. Investoren erwarten, dass die US-Konjunktur weiter auf Erholungskurs bleiben wird.
EUR - EUR leicht erholt nach Verabschiedung des griechischen Rettungspakets durch EU
In der letzten Woche schloss der EUR uneinheitlich. Dabei rutschte die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar bis auf ein 14-monatiges Rekordtief ab. Auch gegen Pfund Sterling und japanischen Yen wurden kräftige Kursverluste deutlich. Kurz vor dem Wochenende jedoch konnte der Euro einen Teil seiner Kursverluste wieder ausgleichen.
Den freien Fall des Euro führten Händler in erster Linie auf die Sorgen um das Staatsdefizit Griechenlands zurück. Die anhaltende Angst um die Ausweitung der griechischen Kreditkrise auf weitere finanzschwache EU-Staaten sowie die Zweifel am Vermögen des frisch geschnürten Rettungspaket, die Griechen tatsächlich vor einem Staatsbankrott zu bewahren, brachte die europäische Einheitswährung kräftig unter Druck. Die vorherrschende Unsicherheit im Euroraum veranlasste die Anleger dazu, sich an Safe-Havens wie US-Dollar und JPY zu orientieren.
Letzten Endes verabschiedeten die EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) gemeinsam am Wochenende ein Hilfsprogramm für Athen im Umfang von 110 Mrd. Euro. Als direkte Reaktion hat der EUR am Montag im asiatischen Handel schon deutlich um 400 Punkte gegen den USD zugelegt und scheint sich gegenwärtig weiterhin auf Erholungskurs zu befinden.
Händler sollten ihr Augenmerk in der anstehenden Handelswoche bevorzugt auf weitere Entwicklungen um Griechenland richten. Nach wie vor bestimmen die Sorgen um die Zukunft der Eurozone die Finanzmärkte vorrangig. Aktuell scheinen die beschlossenen Hilfen für Griechenland dem EUR Auftrieb zu bringen. Die Märkte bleiben jedoch anfällig. Jegliche negative Nachricht zu diesem Thema kann den EUR unmittelbar schwächen.
JPY - Bemerkenswerter Yen-Aufwärtstrend gestoppt
Für den JPY ergab sich in der vergangenen Woche ein eher ungewöhnlicher Handel. Bis Donnerstag wertete die Inselstaatwährung zum US-Dollar um 700 Punkte, gegen den EUR um 1.600 Punkte und zum Pfund Sterling um insgesamt 1.400 Punkte auf. Im Wochenverlauf machte der JPY deutlich an Boden gut, um schlussendlich am Freitag nahezu die Hälfte der Kursgewinne wieder abzugeben.
Die zunächst heftigen Aufwärtstendenzen des Yen waren eine direkte Antwort auf die Krise im Euroraum, so Händler. Schon häufig konnte beobachtet werden, wie in Zeiten weltwirtschaftlicher Instabilität Investoren dazu tendieren, massiv in JPY anzulegen. Der japanische Yen gilt nach wie vor als „sichere“ Investition unter den Hauptwährungen. Somit stützen Kreditkrisen, ob den USA oder der Eurozone entsprungen, in der Regel Japans Yen.
Mit Einigung der Euro-Länder auf ein Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland, setzte sogleich eine Trendwende an den Märkten ein. Umgehend gab der Yen nach und gab in nur zwei Handelstagen über die Hälfte der zuvor verbuchten Kursgewinne wieder ab. Interessant ist es, zu beobachten, wie genau die japanische Währung die Stimmung der Investoren widerspiegelt und auch entsprechend schnell Kursschwankungen unterliegt.
JPY-Händler sollten ihr Augenmerk in der anstehenden Handelswoche bevorzugt auf Nachrichten aus der Eurozone, insbesondere zum Thema Griechenland-Krise, richten. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Optimismus versprechende Entwicklungen bislang einen eher negativen Effekt auf den Yen hatten und umgekehrt. Darüber hinaus sollten Händler Fundamentaldaten aus Japan, wie die Zahlen zur Leistungsbilanz sowie zur Geldmenge M2 aufmerksam verfolgen, die in der Regel starken Einfluss auf den Yen nehmen.
Rohöl - Ölpreis rutscht weiter ab
Die Ölpreise begaben sich in der vergangenen Woche auf Talfahrt. Nach einigen Wochen einer Konsolidierung um $80 pro Barrel, fiel Rohöl zum ersten Mal in nahezu zwei Monaten bis unter die vorgenannte Marke.
Der rückläufige Ölpreis resultierte überwiegend aus den anhaltenden Sorgen um die griechische Kreditkrise. Griechenlands Staatsverschuldung und die Angst vor einer Ausweitung dieser auf weitere EU-Staaten, brachte den Ölpreis im gesamten Wochenverlauf kräftig unter Druck. Ferner lasteten neueste US-Arbeitsmarktzahlen auf den Preisen. Trotz positiver NFP-Daten, enttäuschte die für April ermittelte Arbeitslosenquote von 9,9% die Ökonomen, die mit einer Quote von lediglich 9,7% gerechnet hatten.
Diese Angabe reichte aus, um die Händler zu verunsichern, die auf einen gesteigerten Energiebedarf durch eine Verbesserung der globalen Wirtschaftslage setzen, was wiederum die Ölpreise wieder in die Höhe treiben kann. Aktuell bleibt Rohöl auf Abwärtskurs und handelt mittlerweile um $76,50 pro Barrel.
In der anstehenden Woche sollten Rohöl-Händler Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone ihre Aufmerksamkeit schenken. Insbesondere das am Wochenende verabschiedete Hilfspaket für Griechenland scheint immer noch den größten Einfluss auf den Ölpreis zu nehmen.
Technische News
EUR/USD
Trotz einer längst fälligen Kurskorrektur nach oben, scheint dieses Währungspaar für weitere Abwärtsbewegungen positioniert zu sein. Der Stunden-RSI zeigt, dass sich das Paar aktuell im „überkauften“ Bereich eingefunden hat. Hier wird Verkaufsdruck deutlich. Auf der 4-Stunden-Chart signalisiert der Slow Stochastic bevorstehendes Abwärtskreuzen. Für dieses Paar könnte sich heute in der ersten Tageshälfte eine Kurskorrektur nach unten ergeben. Händler sollten ihre Positionen rechtzeitig eröffnen, um den bevorstehenden Trend nicht zu verpassen.
GBP/USD
Auch bei diesem Paar deutet der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart auf ein Abwärtskreuzen hin und Abwärtstendenzen kündigen sich an. MACD/OSMA bestätigen diesen Trend. Verkaufen könnte hier die richtige Wahl sein.
USD/JPY
Nach den sprunghaften Bewegungen in der letzten Woche, scheint sich dieses Paar auf der Stunden- und 4-Stunden-Chart mittlerweile zu konsolidieren. Das Wochen-Momentum legt inzwischen gemäßigt zu. Auf der 8- und 4-Stunden-Chart sind RSI und Slow Stochastic aufwärts ausgerichtet, was ebenfalls Anzeichen für einen bevorstehenden Aufwärtstrend sind. Für heute könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps auf steigende Kurse zu setzten.
USD/CHF
Der Kurs dieses Paares scheint sich nach unten zu korrigieren. Ein Großteil der Indikatoren deutet auf eine nachhaltige Abwärtsbewegung. Einzige Ausnahme dabei bildet der RSI der 4-Stunden-Chart, der das Paar im „überverkauften“ Bereich anzeigt. Doch auch dieser Indikator ist abwärts gerichtet, was ein Hinweis dafür sein kann, dass Potenzial für Abwärtsbewegungen besteht. Bei diesem Paar auf fallende Kurse zu setzen, könnte heute eine gute Handelsstrategie sein.
Die Wild-Card
S&P 500
An der Wall Street wurden in der letzten Handelswoche ungewöhnliche Börsennotierungen beobachtet. Mittlerweile scheinen sich jedoch wieder bekannte Handelsmuster einzustellen. Nach der Kurskorrektur nach oben am vergangenen Freitag sowie heute Morgen, deuten einige Indikatoren bereits auf leichte Abwärtstendenzen. Der Stunden-RSI bewegt sich im „überkauften“ Bereich und signalisiert Abwärtsdruck. Dennoch verdeutlicht das Abwärtskreuzen des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, dass sich starke Abwärtstendenzen einstellen könnten. Selbst das Momentum auf der Tages-Chart ist deutlich abwärts geneigt. Bei diesem CFD zu verkaufen, könnte Forex -Händlern heute Vorteile bringen.
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