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Droht ein Kollaps am Anleihemarkt?

Posted by Stefan Böhm • Saturday, March 13. 2010 • Category: Indizes
Zumindest vorläufig konnten die Börsianer die Verunsicherung wegen anstehender Konjunkturdaten und den ausufernden Schulden in diversen Staatshaushalten vergessen. Überraschend gute Zahlen aus der Automobilbranche – ausgerechnet der Industriezweig, der unter der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders schwer zu leiden hatte – sorgten zeitweise für Kauflaune an den Märkten.

BMW und VW können positiv überraschen

Beim Münchener Automobilkonzern BMW fielen die Bilanzzahlen 2009 besser aus, als erwartet. Der Gewinn von 210 Mio. Euro übertraf die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt 174 Mio. Euro vorhergesagt hatten, deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gewinn damit „nur“ um 36 Prozent zurückgegangen. Operativ lief es 2009 sogar besser als 2008, der Gewinnrückgang ist durch eine gestiegene Steuerquote bedingt. Positiv für Aktionäre: Die Dividende wird nicht gekürzt und bleibt bei 0,30 Euro je Stammaktie. Für das Geschäftsjahr 2010 äußerte sich der Vorstand verhalten optimistisch. Als Zielmarke wurde ein Absatzplus im einstelligen Prozentbereich auf über 1,3 Mio. Fahrzeuge genannt. Die BMW-Aktie legte zeitweise kräftig zu.

Optimismus bei VW

Beim Branchenkollegen VW brachte VW-Chef Winterkorn die Aktie in Schwung. Auf der Bilanzpressekonferenz hielt er sich nicht lange mit den 2009er Zahlen auf – die waren bereits vorab veröffentlicht worden – sondern nannte gleich die Ziele 2010. Die haben es in sich. 70 Neuheiten will der Konzern in diesem Jahr bringen. Umsatz und operativer Gewinn sollen steigen. Im Januar und Februar 2010 hat VW weltweit mehr als 1,02 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, was einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch längerfristig bleibt VW bei seinen ehrgeizigen Zielen. Bis 2018 wollen die Wolfsburger der größte Automobilkonzern der Welt werden und Toyota überrunden. Details zur angekündigten Kapitalerhöhung gab es allerdings nicht. Die VW-Aktie konnte dennoch kräftig steigen. Unser Trading-Tipp vom Montag – das Long-Hebelzertifikat TB84QG auf die VW-Vorzüge – konnte bereits um mehr als 80 Prozent zulegen.

Anleihenfonds Pimco warnt vor Ausfällen bei Staatsanleihen

Etwas beruhigt hat sich die Lage am Devisenmarkt, nachdem es so aussieht, als könnte Griechenland vor der Pleite bewahrt werden – wie auch immer. Griechenland sei jedoch nur das Vorspiel eines noch viel größeren Dramas, sagt der Chef des weltweit größten Anleihen-Fondsverwalters Pimco, Mohamed El-Erian. Durch die Fokussierung auf Griechenland würden andere wichtige Faktoren vernachlässigt. Vor allem in den USA und Großbritannien seien noch viel größere Probleme zu befürchten, so El-Erian, der seine Aussagen mit dem Satz „es gibt ein Kreditrisiko im Bereich Staatsanleihen“ auf den Punkt bringt. In anderen Worten: Der Pimco-Chef warnt vor Zahlungsausfällen durch Staatspleiten. Auch wir haben im DaxVestor bereits mehrfach vor den Risiken im Pfund- und Dollar-Raum gewarnt. Die derzeit am Devisenmarkt zu beobachtende Beruhigung könnte daher auch nur die Ruhe vor einem möglichen Sturm sein.

Geht dem DAX die Puste aus?

Der DAX konnte zum Wochenschluss sein Hoch nicht halten und unterbrach den Ansturm auf die 6.000er Marke. Geht dem DAX womöglich bereits wieder die Puste aus und der Test dieser psychologisch wichtigen Markt fällt aus? Das ist gut möglich und wird vor allem von den weiteren Konjunkturnews aus den USA und der Krise in diversen Staatshaushalten bestimmt. Die positive Charttechnik ist zwar noch intakt, wäre bei einem Rückfall unter 5.850 Punkten jedoch stark gestört.

Erfolgreiche Investments wünscht
Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
www.dax-vestor.de

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