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Auslandsaktien: Jahreshöchststände in Sicht

Posted by Börse Frankfurt • Friday, March 12. 2010 • Category: Aktien
Marktbericht vom Handel mit internationalen Werten

12. März 2010. FRANKFURT. Die Index-Höchststände vom vierten Quartal 2009 sind nicht mehr in weiter Ferne oder sogar, wie in den USA, schon wieder erreicht. Euphorie macht sich allerdings nach wie vor nicht breit. „Die Umsätze sind weiter schwach“, meint Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler: „Schon wenige Käufe treiben die Kurse nach oben.“ Laut Jan Vrbsky von der Baader Bank sind die Aussichten zumindest kurzfristig positiv: „Die Märkte stecken auch schlechte Nachrichten wie die hohe Inflationsrate Chinas gut weg“, erläutert er: „Die Börse ist im Moment sehr widerstandsfähig“.

Neuer Router beflügelt Cisco

Sehr gut sei an den Märkten das neue Carrier Routing Systems CRS-3 des US-Netzwerkbetreibers Cisco angekommen, berichtet Vorhauser. Der Router soll eine zwölf Mal so hohe Übertragungskapazität wie das derzeit leistungsfähigste System am Markt bieten. Schon im Vorfeld war die Aktie von Cisco (WKN 878841) gestiegen und im Laufe der Woche auf über 19 Euro geklettert, Anfang Februar kostete sie noch 16 Euro.

Geely nahe Rekordhoch

Erfreulich läuft es auch für den chinesischen Autobauer Geely (WKN A0CACX). Anders als bei der europäischen und US-amerikanischen Konkurrenz kletterten die Verkaufszahlen von Geely im Januar und Februar kräftig in die Höhe, wie Vorhauser meldet: „Der Absatz in den ersten zwei Monaten ist gegenüber dem Vorjahr um 95 Prozent gestiegen“. Davon profitieren auch die Aktionäre: Der Dividendentitel knüpft wieder an seinen Ende 2008 begonnenen Höhenflug an und kann den jüngsten Rücksetzer fast wieder ausgleichen. Heute Mittag notiert Geely bei 0,38 Euro und damit nahe an seinem Allzeithoch von 0,406. Auf Sicht von einem Jahr hat sich der Kurs damit mehr als vervierfacht. Gestützt wurde Geely auch durch die mittlerweile gesicherte Finanzierung der Übernahme von Volvo und die baldige Marktreife eines Elektroautos, wie Vorhauser erklärt.

Nase vorn für Boeing

Daneben bejubelte die US-Börse den Sieg von Boeing (WKN 850471) über Airbus im Bieterstreit um den begehrten Tankflugzeugauftrag des Pentagon. Nach dem Rückzug des konkurrierenden Konsortiums, bestehend aus dem US-amerikanischen Rüstungsunternehmen Northrop Grumman und dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, ist Boeing nun wieder der einzige Bieter. Nicht unwahrscheinlich ist, dass Boeing von den veränderten Machtverhältnissen in Washington profitiert hat, wie Vorhauser erläutert. Dem Kurs kam die neue Wendung in dem schon fast ein Jahrzehnt anhaltenden Streit jedenfalls klar zugute: Im Februar hatte die Aktie noch bei rund 40 Euro notiert, mittlerweile kostet sie über 51 Euro.

China Mobile überzeugt nicht

Der Einstieg des chinesischen Mobilfunkriesen China Mobile bei der Shanghai Pudong Bank sorgte indessen für gemischte Reaktionen. Die ungewöhnliche Allianz überzeugte offenbar nicht alle. Grund für den Einstieg ist der geplante Ausbau des elektronischen Zahlungssystems über Mobilfunk, wie Vrbsky erklärt. Der Kurs von China Mobile (WKN 909622) ist zwar seit Jahresanfang deutlich gestiegen und kann auf Sicht von drei Monaten mit einem Plus von über 13 Prozent aufwarten, die letzten Tage verliefen allerdings weniger positiv.

Hohe Düngemittelnachfrage erfreut Potash

Fester zeigen sich heute die beiden Düngemittelproduzenten Potash (WKN 878149) und Yara International (WKN A0BL7F). Potash, weltweit die Nummer Eins in der Branche, hat aufgrund einer überraschend stark gestiegenen Nachfrage gestern nachbörslich seine Prognosen für 2010 erhöht. Einen Kursanstieg von 6 bis 7 Prozent meldet Vrbsky daher. Der norwegische Konkurrent Yara International profitiert vor allem von der wahrscheinlich geplatzten Übernahme des US-Unternehmens Terra Industries. Nach dem Bekanntwerden eines Gegenangebots hatte Yara deutlich gemacht, dass die Offerte nicht erhöht werden soll. An der Börse Frankfurt legte der Kurs zuletzt klar zu und notiert heute Mittag bei 31,50 Euro.

Spekulationen bei bwin

Ebenfalls Aufwind erfuhr Vrbsky zufolge bwin (WKN 936172), Europas größter Online-Wettanbieter. Hier gibt es nämlich wieder einmal Spekulationen über einen Zusammenschluss mit dem britischen Unternehmen PartyGaming.

© 12. März 2010/Anna-Maria Borse

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