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Neue Anleihen bringen Leben in den Markt

Posted by Börse Frankfurt • Friday, March 12. 2010 • Category: Renten
Marktbericht vom Rentenhandel

12. März 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Probleme der „PIIGS“-Staaten sind diese Woche immer noch das beherrschende Thema in den Medien – den kleineren Ländern aus der Europeripherie wie Portugal, Griechenland und Irland. „Immerhin, nachdem Athen angekündigt hatte, die von Brüssel geforderten Sparmaßnahmen auch umzusetzen, reduzierten sich die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen“, berichtet Klaus Stopp von der Baader Bank. Es hätte sich auch in der weiteren Euro-Peripherie Entspannung breit gemacht, ohne dass dies allerdings in Folge von Tauschoperationen zu höheren Renditen bei Bundesanleihen geführt habe. „Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, wird sich spätestens in den Monaten April und Mai zeigen, wenn die Prolongation von jeweils gut 8 Milliarden Euro durch Griechenland ansteht.“

So hatten sich durch die erfolgreiche Emission der griechischen Regierung in der vergangenen Woche positive Impulse für den gesamten Emissionsmarkt ergeben. „Mittlerweile setzt sich aber unter den Marktteilnehmern die Meinung durch, dass die Auszeit am Primärmarkt für Corporate Bonds (Unternehmensanleihen), in den vergangenen Wochen eher den anstehenden Quartals- und Jahreszahlen geschuldet wurde und weniger der Schuldenkrisen einiger europäischer Staaten“, kommentiert Brunner die Situation.

Neuemissionen im Fokus

Eine wahre Flut von Neuemissionen sowohl von Staats- als auch Unternehmensanleihen überspülen diese Woche den Markt. Mit dabei sind auch Emittenten, die in den vergangenen Jahren wenig aktiv waren, wie Israel oder Rumänien. „Auch Spanien und Portugal brachten neue Anleihen, die Nachfrage dafür hielt sich aber in Grenzen“, erzählt Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Frankreich habe die Gunst der Stunde genutzt und eine Anleihe emittiert, die erst im Jahr 2060 fällig wird (ISIN FR0010870956) mit einer Rendite von 4,175 Prozent. Diese Anleihe zielt auf Pensionsfonds und wurde aufgrund fehlender Anlage-Alternativen auch erfolgreich bei diesen platziert. „Für private Anleger ist diese Anleihe völlig uninteressant und die Verzinsung nicht attraktiv“, meint Brunner. Diese sollten sich eher für eine Rumänien-Anleihe interessieren, die am Donnerstag platziert wurde (ISIN XS0495980095). Das Papier hat einen Kupon von 5 Prozent und ist im März 2015 fällig. Bei den Unternehmensanleihen spielt sich der Laufzeitbereich hauptsächlich in einer drei- bis fünfjährigen Spanne ab.

Mit Spannung werden in den nächsten Wochen weitere Anleihen, insbesondere Griechenlands erwartet, und dann wird sich zeigen, wie es um die Aufnahmebereitschaft der Märkte wirklich bestellt ist. Vor diesem Hintergrund stellt der zum Ende dieser Woche leicht nachgebende Bund-Future auch keine große Überraschung für die Marktteilnehmer dar. Das Barometer für die langfristigen Zinserwartungen notiert am Freitag zur Mittagszeit bei 122,34 Prozent. Eine zehnjährige Bundesanleihe bringt eine Rendite von 3,18 Prozent.

Gute Stimmung für Unternehmensanleihen

„Am Markt für Unternehmensanleihen herrscht weiter Kauflaune – mit der Folge, dass sich die Spreads in allen Sektoren eingeengt haben“, sagt Stopp. Die bereits emittierten Anleihen, wie z.B. ein Papier der Rhön Kliniken (WKN A1C9UX) werden rege nachgefragt.

Einen neuartigen Anleihetyp emittiert diese Woche die Rabobank mit so genannten „Contingent Bonds“. Sinkt das Verhältnis von Eigenkapital zu risikobewerteten Aktiva unter sieben Prozent, verliert die Anleihe 75 Prozent ihres Nennwerts. Im Moment liegt die Eigenkapitalquote der niederländischen Bank allerdings bei 12,5 Prozent. Zum Ausgleich wird die zehnjährige Anleihe allerdings auch mit 6,875 Prozent verzinst. „In Ernstfall würde die Rabobank mit dem Gewinn von 75 Prozent ihr Eigenkapital stärken können“, erklärt Brunner. Eine solche Anleihe könne aber nur von Banken mit bester Bonität und solider Geschäftsausrichtung bei den Anlegern Interesse finden, was im Fall der Rabobank allerdings gelungen sei. Die Rabobank ist als einzige Privatbank in Europa mit einem Triple A-Rating von Standard & Poor's bzw. Moody's bewertet.

© 12. März 2010 / Dorothee Liebing

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