Risikoanlagen sind gefragt aber Sorgen um europäische Schuldenlast bleibt
Posted by Forexyard • Wednesday, March 10. 2010 • Category: Forex
Im gestrigen Dienstagshandel erhöhte sich die Risikobereitschaft der Anleger spürbar, die jedoch nach wie vor Europas Gemeinschaftswährung sowie das britische Pfund Sterling aufgrund anhaltender Schuldensorgen im Euroraum mieden. Als Gewinner gingen AUD und CAD aus dem Handelstag hervor. Beide Währungen sind an Rohstoffe, insbesondere an Rohöl geknüpft. Der Ölpreis hatte zuletzt insgesamt an positiver Dynamik gewonnen, obwohl Rohöl gestern zu Handelsschluss leicht abwertete. Am Markt stellt sich die Frage, ob nun auch EUR und GBP die risikofreudigen Händler anlocken können.
USD - USD fester gegen EUR und mit Verlusten gegen AUD und CAD
Am gestrigen Handelstag behauptete sich der USD gegen Pfund Sterling und EUR. Erneute EU-Ländern wie Griechenland, Portugal sowie Großbritannien gegenüber ausgesprochene Warnungen von Ratingagenturen, die Kreditwürdigkeit dieser Staaten herabzustufen, versetzten die Händler weiterhin in Sorge. Das Währungspaar EUR/USD gab während des gesamten Handelsverlaufs am Dienstag folglich nach. Aktuell wird das Cross bei 1,3600 gehandelt.
Der USD verzeichnete jedoch Kursverluste gegen den Australischen und den Kanadischen Dollar. Diese Währungspaare handeln aktuell bei 0,9154, bzw. 1,0267.
Am Nachmittag werden heute aus den USA die Lagerbestände und Umsätze im Großhandel für den Monat Januar veröffentlicht. Auch wenn es sich hier um einen nicht allzu wesentlichen Parameter handelt, wird dieser von Investoren als ein Grad fiskalischer Gesundheit des Landes angesehen. Sollte das Ergebnis besser als seine Prognosen ausfallen, könnte der USD neue Aufwärtstendenzen erfahren.
Am Freitag erwarten die Marktteilnehmer Indizes einer anderen Größenordnung: der Bericht zu den US-Einzelhandelsumsätzen sowie das Konsumklima der Uni Michigan (UoM). Anleger könnten ihre Positionen im Vorfeld -morgen und am Donnerstag- rechtzeitig eröffnen, solange es an den Märkten ruhiger ist.
EUR - Ratingagenturen bringen EUR weiter unter Druck
Der EUR scheint weiterhin unter dem Einfluss der anhaltenden Schuldensorgen im Euroraum zu stehen. Die europäische Gemeinschaftswährung wertete langsam aber sicher gegen Yen und USD ab. Auch wenn sich der Euro zwischenzeitlich wiederholt behaupten konnte, gab die Währung der 16 Nationen am Ende des Handelstages, am Montag und am Dienstag, jeweils insgesamt gegen JPY und Dollar nach.
Das Währungspaar EUR/USD handelt innerhalb einer engen Spanne um 1,3600. In den kommenden Tagen könnte der EUR von der gesteigerten Risikobereitschaft am Markt profitieren, sollten die für heute und morgen erwarteten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone bestätigen, dass sich die Konjunktur im Euroraum tatsächlich auf Erholungskurs befindet.
Am gestrigen Dienstag wurden keine Indikatoren von Bedeutung veröffentlicht. Heute wiederum könnten positive Indizes aus Großbritannien und Deutschland dem EUR Unterstützung gegen die Safe-Havens USD und JPY verleihen. Großbritanniens Industrieproduktion im Monat Januar soll laut Experten-Prognose um 0,3% gestiegen sein, während die endgültigen Verbraucherpreise aus Deutschland für Februar um 0,2% angezogen sein sollen. Darüber hinaus erwarten Analysten für Deutschlands Leistungsbilanz im Januar ein Plus von 16,4 Mrd. Euro.
JPY - Yen rutscht ab während Risikoappetit wächst
Der JPY setzte seine zinsbullischen Bewegungen gegenüber EUR und GBP gestern fort. Zu Handelsschluss konnten beide Währungen jedoch einen Teil der Verluste wieder ausgleichen. Aktuell handeln die Paare um 122,39, bzw. 134,69.
Der Yen wertete deutlich gegen den AUD ab und handelt hier bei der Marke von 82,40. Ferner verliert Japans Yen mit einer aktuellen Notierung um 87,65 gegen den CAD. Positive Konjunkturdaten aus den USA und China, wie es momentan der Fall ist, sowie steigende Rohstoffpreise unterstützen diesen Trend bis auf weiteres.
Die gestern veröffentlichte Kernrate Japans „Machinery Orders“, die Auftragseingänge im Maschinenbau, verringerte sich um 3,7%. Dieser Index gilt als Frühindikator unternehmerischer Investitionstätigkeit im Lande. Der Rückgang deutet auf ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum. Die Bank of Japan (BoJ) verfolgt nach wie vor ihr Ziel, eine Erholung der japanischen Wirtschaft mittels einer starken Exportwirtschaft zu erreichen.
Rohöl - Ölpreis rutscht aufgrund Gewinnmitnahmen leicht ab
Der Ölpreis rutschte im gestrigen Dienstagshandel leicht ab, konnte sich jedoch über der Marke von $80 pro Barrel behaupten. Aktuell handelt der Rohstoff bei $81,57, der seinen insgesamt zinsbullischen Trend, der Mitte Februar einsetzte, fortsetzt.
In der Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung ist von einem Ölpreis von $85 pro Barrel bereits in naher Zukunft die Rede. Langfristig soll sich der Kurs im Frühling über $80 pro Barrel halten.
Die EIA prognostiziert eine Steigerung der Bestandsdaten für Rohöl um 1,9 Mio. Barrel in der vergangenen Woche. Jegliches Ergebnis unterhalb der Voraussage, könnte dem Rohstoff neuen Auftrieb geben. In den vergangenen Wochen war dies zwar der Fall, der Ölpreis ließ sich davon jedoch nicht beeinflussen. Dennoch gehen Marktbeobachter davon aus, dass sich der Preis oberhalb der $80-Marke halten wird. Deutliche Aufwärtstendenzen könnten lediglich von stark positiven Fundamentaldaten ausgelöst werden, so die Händler. Möglicherweise verhilft ein positiver Bericht zu den US-Einzelhandelsumsätzen am Freitag Rohöl bis auf die Marke von $85.
Technische News
EUR/USD
Die 4-Stunden-Chart zeigt an, dass dieses Paar sich nach wie vor innerhalb einer rückläufigen Handelsspanne bewegt. Der RSI der 4-Stunden-Chart bleibt unterhalb der 30-Marke und signalisiert, dass der Markt „überverkauft“ ist. Der Slow Stochastic gibt außerdem ein neues zinsbullisches Cross aus, was bedeuten könnte, dass sich eine Aufwärtsbewegung ankündigt. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
GBP/USD
Dieses Paar bewegt sich inmitten eines starken Abwärtstrends und testet täglich neue Tiefen. Die äußerst wichtige Unterstützungsmarke bei 1,4935 wurde überwunden und eine Fortsetzung der Abwärtstendenzen ist wahrscheinlich. Der nächste Richtpreis könnte somit bei 1,4800 liegen.
USD/JPY
Während der letzten Handelstage schwankte USD/JPY um die 90,00-Marke, konnte bislang jedoch keinen Durchbruch dieser erzielen. Mittlerweile werden neue Anzeichen einer bevorstehenden rückläufigen Ausrichtung in Form eines rückläufigen Slow Stochastic-Crosses, sowohl auf der Tages-, als auch auf den Stunden-Charts deutlich. Anleger sollten auf den Durchbruch warten und anschließend dem Markt beitreten.
USD/CHF
Dieses Paar gibt weiterhin ausschließlich zinsbullische Signale aus und wird nun um die 1,0750-Marke gehandelt. Alle Oszillatoren der Tages-Chart sind aufwärts gerichtet, während weitere Aufwärtsbewegungen voraussichtlich erfolgen werden, bei einem möglichen nächsten Richtpreis von 1,0825.
Die Wild-Card
Silber
Auf der 4-Stunden-Chart dieses Rohstoffs verengen sich die Bollinger Bands und kündigen einen möglichen volatilen Preissprung an. Angesichts der rückläufigen Crosse des Stunden- und Tages-Slow Stochastic sowie der Angabe eines „überkauften“ 4-Stunden-RSI, könnte die nächste Bewegung für Silber tatsächlich eine abwärts gerichtete sein. Forex -Anleger, die in diesen Rohstoff investieren, könnten sich die vorgenannten Informationen zu Nutze machen, indem sie jetzt bei Silber zur sich ankündigenden starken Preisbewegung auf fallende Kurse setzen.
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