Auslandsaktien: Märkte in guter Verfassung
Posted by Börse Frankfurt • Thursday, March 4. 2010 • Category: Aktien
Marktbericht vom Handel mit internationalen Werten
4. März 2010. FRANKFURT. Die Seitwärtsbewegung im Handel mit internationalen Aktien hält an. Zwei Sektoren reagieren auf Pläne von US-Präsident Obama: Pharmaunternehmen rechnen mit Einschnitten und Banken können die Folgen staatlicher Regulierung nicht einschätzen. „Das konnte man gestern beim Dow Jones sehen, Aktien beider Branchen haben geschwächelt“, bemerkt Jan Vrbsky von der Baader Bank. „Dagegen erleben Informationstechnologien einen deutlichen Aufschwung“, weiß Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank. Einen Dämpfer hat die Börse in Hongkong hinnehmen müssen, seit Jahresanfang ist der Hang Seng rund 10 Prozent gefallen.
AIG: Schwere See
Das amerikanische Versicherungsunternehmen AIG (WKN A0X88Z) hat am Freitag einen Verlust von 8,9 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, berichtet Vorhauser. Darauf ist der Aktienkurs nach unten gerutscht, aktuell steht er bei 18 Euro. „Der Kurs befindet sich weiter auf dem Weg nach unten“, kommentiert Vorhauser die Situation. Kürzliche Verkaufsaktivitäten des Versicherers konnten den Kurs nur kurzfristig beleben. Um Geld in die Kasse zu bekommen, habe der Konzern seine Asien-Sparte, die American International Insurance, kurz AIA, für 35,5 Milliarden US-Dollar an den Konkurrenten Prudential verkauft. Die AIA gelte als wichtiger Baustein der AIG, sie betreut mit 20.000 Mitarbeitern rund 20 Millionen Kunden. Das Geld aus dem Verkauf brauche die AIG zur Schuldentilgung, 25 Milliarden US-Dollar gehen direkt an die staatseigene Federal Reserve Bank of New York, der Rest von 10,5 Milliarden US-Dollar soll in Prudential-Aktien gezahlt werden. „Damit sind die Kronjuwelen weg“, bemerkt Vorhauser. Etwas Bewegungsfreiheit wolle der Konzern nun durch den Verkauf von Flugzeugen aus dem Bestand der Flugzeugleasing-Firma ILFC erreichen. „Das Geschäft soll 3,5 Milliarden US-Dollar bringen“, weiß der Skontroführer.
Anheuser-Busch Inbev: Besserung der Ertragslage in Sicht
Die Zahlen, die die weltgrößte Brauerei Anheuser-Busch Inbev (WKN A0N916), Hersteller von Marken wie Budweiser und Beck’s, veröffentlicht hat, seien unter den Erwartungen geblieben, berichtet Vrbsky. Der Bierdurst in den USA habe in der Wirtschaftskrise spürbar nachgelassen und das Ergebnis getrübt. Die Aktie geriet daraufhin unter Druck und notiert aktuell in Frankfurt bei 36,60 Euro. „Dennoch kann man die Aussichten als gut bezeichnen“, sagt der Skontroführer. Das Unternehmen habe seine ehrgeizigen Sparpläne von mehr als einer Milliarde US-Dollar erfolgreich umgesetzt und sei für die Zukunft gut gerüstet. „Ein großer Teil der durch die Fusion entstandenen Schulden ist abgebaut, das ist gut für die Marge und den Profit.“ Außerdem habe das Unternehmen Marktanteile in Brasilien gewonnen.
Costco: erfolgreicher US-Einzelhändler
Der US-amerikanische Einzelhändler Costco Wholesale (WKN 888351) hat laut Vorhauser erfreuliche Geschäftszahlen präsentiert. Der Gewinn des Unternehmens konnte auf 299 Millionen US-Dollar gesteigert werden, ebenso ist der Nettoumsatz auf 18,36 Milliarden US-Dollar gewachsen. Der Konzern gelte als Schlüsselindikator für den US-amerikanischen Einzelhandel. „Dort sieht es nach einer leichten Erholung aus“, meint Vorhauser. Insgesamt seien die Zahlen durchaus im Rahmen der Erwartungen ausgefallen und der Aktienkurs schon vor der Veröffentlichung gut gelaufen. Seit Jahresanfang ist die Aktie von knapp 39 Euro auf heute 44,29 Euro gestiegen.
A.P. Moeller Maersk mit erstem Verlust in der Firmengeschichte
Wie so viele andere musste auch die größte Reederei der Welt, der dänische Mischkonzern A.P. Moeller Maersk (WKN 861837), Federn lassen. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte habe sie mit einem Verlust von 740 Millionen Euro rote Zahlen eingefahren. Noch im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro präsentiert. Schuld an dem Einbruch im Kerngeschäft seien die stark gesunkenen Frachtraten bei Containerschiffen. Auch die Ölsparte des Konzernriesen ist im roten Bereich. Die weit unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse enttäuschten die Anleger und bescherten dem Kurs ein Minus von 5 Prozent, bei aktuellen 5.640 Euro. „Man muss sehen, wie sich das weiterentwickelt. Die Aktie ist in diesem Jahr schon um einiges gestiegen und ganze 13 Prozent im Plus“, bemerkt Vrbsky. Das Unternehmen sehe trotzdem optimistisch in die Zukunft und rechne für das laufende Jahr wieder mit schwarzen Zahlen.
Holcim: Zement für Indien
Auch der schweizerische Baustoffhersteller Holcim (WKN 869898) hat die Folgen der Finanzkrise zu spüren bekommen. Das Geschäftsergebnis ist laut den veröffentlichten Quartalszahlen von 1,78 Milliarden Schweizer Franken auf 1,47 Milliarden gesunken, der Umsatz sogar um 16 Prozent geschrumpft. Die Nachfrage in Europa und den USA habe nachgegeben, dagegen würden sich die Märkte in Indien und China gut entwickeln. „Holcim ist mit 46 Prozent am indischen Zementhersteller Ambuja Cements beteiligt und will dort die Produktionskapazitäten erhöhen“, weiß Vorhauser. Für die Aktie ist das eine gute Nachricht. Denn nachdem das Schweizer Unternehmen seine Dividende von 2,58 auf 1,50 Schweizer Franken reduziert habe, sei die Aktie zunächst um 3 Prozent gefallen. Dank des indischen Engagements konnte sich der Kurs wieder fangen und steht aktuell bei 50,40 Euro
BYD: Kooperative für Elektroautos
Von einer aktuellen Initiative des Daimler-Konzerns in China berichtet Vrbsky. Mit dem führenden chinesischen Batteriehersteller BYD (WKN A0M4W9) wolle Daimler unter einer neuen Marke im großen Stil Elektrofahrzeuge für den chinesischen Markt bauen. Der BYD-Konzern, der bereits seit 2003 Autos baut, will hierfür mit Daimler ein Joint-Venture und ein neues Technologiezentrum gründen. „Die Ankündigung bei Anlegern für gute Stimmung gesorgt“, erklärt Vrbsky, „deutsche Autoexperten fürchten den Abgang wichtiger Kompetenzen nach Fernost.“ Der BYD-Aktie, die in Hongkong und in Frankfurt gehandelt wird, tun die Pläne offenbar gut; sie ist von 60 auf 64 Hongkong-Dollar gestiegen und steht aktuell in Frankfurt bei 6,10 Euro.
© 4. März 2010/Margarethe Dawo
4. März 2010. FRANKFURT. Die Seitwärtsbewegung im Handel mit internationalen Aktien hält an. Zwei Sektoren reagieren auf Pläne von US-Präsident Obama: Pharmaunternehmen rechnen mit Einschnitten und Banken können die Folgen staatlicher Regulierung nicht einschätzen. „Das konnte man gestern beim Dow Jones sehen, Aktien beider Branchen haben geschwächelt“, bemerkt Jan Vrbsky von der Baader Bank. „Dagegen erleben Informationstechnologien einen deutlichen Aufschwung“, weiß Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank. Einen Dämpfer hat die Börse in Hongkong hinnehmen müssen, seit Jahresanfang ist der Hang Seng rund 10 Prozent gefallen.
AIG: Schwere See
Das amerikanische Versicherungsunternehmen AIG (WKN A0X88Z) hat am Freitag einen Verlust von 8,9 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, berichtet Vorhauser. Darauf ist der Aktienkurs nach unten gerutscht, aktuell steht er bei 18 Euro. „Der Kurs befindet sich weiter auf dem Weg nach unten“, kommentiert Vorhauser die Situation. Kürzliche Verkaufsaktivitäten des Versicherers konnten den Kurs nur kurzfristig beleben. Um Geld in die Kasse zu bekommen, habe der Konzern seine Asien-Sparte, die American International Insurance, kurz AIA, für 35,5 Milliarden US-Dollar an den Konkurrenten Prudential verkauft. Die AIA gelte als wichtiger Baustein der AIG, sie betreut mit 20.000 Mitarbeitern rund 20 Millionen Kunden. Das Geld aus dem Verkauf brauche die AIG zur Schuldentilgung, 25 Milliarden US-Dollar gehen direkt an die staatseigene Federal Reserve Bank of New York, der Rest von 10,5 Milliarden US-Dollar soll in Prudential-Aktien gezahlt werden. „Damit sind die Kronjuwelen weg“, bemerkt Vorhauser. Etwas Bewegungsfreiheit wolle der Konzern nun durch den Verkauf von Flugzeugen aus dem Bestand der Flugzeugleasing-Firma ILFC erreichen. „Das Geschäft soll 3,5 Milliarden US-Dollar bringen“, weiß der Skontroführer.
Anheuser-Busch Inbev: Besserung der Ertragslage in Sicht
Die Zahlen, die die weltgrößte Brauerei Anheuser-Busch Inbev (WKN A0N916), Hersteller von Marken wie Budweiser und Beck’s, veröffentlicht hat, seien unter den Erwartungen geblieben, berichtet Vrbsky. Der Bierdurst in den USA habe in der Wirtschaftskrise spürbar nachgelassen und das Ergebnis getrübt. Die Aktie geriet daraufhin unter Druck und notiert aktuell in Frankfurt bei 36,60 Euro. „Dennoch kann man die Aussichten als gut bezeichnen“, sagt der Skontroführer. Das Unternehmen habe seine ehrgeizigen Sparpläne von mehr als einer Milliarde US-Dollar erfolgreich umgesetzt und sei für die Zukunft gut gerüstet. „Ein großer Teil der durch die Fusion entstandenen Schulden ist abgebaut, das ist gut für die Marge und den Profit.“ Außerdem habe das Unternehmen Marktanteile in Brasilien gewonnen.
Costco: erfolgreicher US-Einzelhändler
Der US-amerikanische Einzelhändler Costco Wholesale (WKN 888351) hat laut Vorhauser erfreuliche Geschäftszahlen präsentiert. Der Gewinn des Unternehmens konnte auf 299 Millionen US-Dollar gesteigert werden, ebenso ist der Nettoumsatz auf 18,36 Milliarden US-Dollar gewachsen. Der Konzern gelte als Schlüsselindikator für den US-amerikanischen Einzelhandel. „Dort sieht es nach einer leichten Erholung aus“, meint Vorhauser. Insgesamt seien die Zahlen durchaus im Rahmen der Erwartungen ausgefallen und der Aktienkurs schon vor der Veröffentlichung gut gelaufen. Seit Jahresanfang ist die Aktie von knapp 39 Euro auf heute 44,29 Euro gestiegen.
A.P. Moeller Maersk mit erstem Verlust in der Firmengeschichte
Wie so viele andere musste auch die größte Reederei der Welt, der dänische Mischkonzern A.P. Moeller Maersk (WKN 861837), Federn lassen. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte habe sie mit einem Verlust von 740 Millionen Euro rote Zahlen eingefahren. Noch im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro präsentiert. Schuld an dem Einbruch im Kerngeschäft seien die stark gesunkenen Frachtraten bei Containerschiffen. Auch die Ölsparte des Konzernriesen ist im roten Bereich. Die weit unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse enttäuschten die Anleger und bescherten dem Kurs ein Minus von 5 Prozent, bei aktuellen 5.640 Euro. „Man muss sehen, wie sich das weiterentwickelt. Die Aktie ist in diesem Jahr schon um einiges gestiegen und ganze 13 Prozent im Plus“, bemerkt Vrbsky. Das Unternehmen sehe trotzdem optimistisch in die Zukunft und rechne für das laufende Jahr wieder mit schwarzen Zahlen.
Holcim: Zement für Indien
Auch der schweizerische Baustoffhersteller Holcim (WKN 869898) hat die Folgen der Finanzkrise zu spüren bekommen. Das Geschäftsergebnis ist laut den veröffentlichten Quartalszahlen von 1,78 Milliarden Schweizer Franken auf 1,47 Milliarden gesunken, der Umsatz sogar um 16 Prozent geschrumpft. Die Nachfrage in Europa und den USA habe nachgegeben, dagegen würden sich die Märkte in Indien und China gut entwickeln. „Holcim ist mit 46 Prozent am indischen Zementhersteller Ambuja Cements beteiligt und will dort die Produktionskapazitäten erhöhen“, weiß Vorhauser. Für die Aktie ist das eine gute Nachricht. Denn nachdem das Schweizer Unternehmen seine Dividende von 2,58 auf 1,50 Schweizer Franken reduziert habe, sei die Aktie zunächst um 3 Prozent gefallen. Dank des indischen Engagements konnte sich der Kurs wieder fangen und steht aktuell bei 50,40 Euro
BYD: Kooperative für Elektroautos
Von einer aktuellen Initiative des Daimler-Konzerns in China berichtet Vrbsky. Mit dem führenden chinesischen Batteriehersteller BYD (WKN A0M4W9) wolle Daimler unter einer neuen Marke im großen Stil Elektrofahrzeuge für den chinesischen Markt bauen. Der BYD-Konzern, der bereits seit 2003 Autos baut, will hierfür mit Daimler ein Joint-Venture und ein neues Technologiezentrum gründen. „Die Ankündigung bei Anlegern für gute Stimmung gesorgt“, erklärt Vrbsky, „deutsche Autoexperten fürchten den Abgang wichtiger Kompetenzen nach Fernost.“ Der BYD-Aktie, die in Hongkong und in Frankfurt gehandelt wird, tun die Pläne offenbar gut; sie ist von 60 auf 64 Hongkong-Dollar gestiegen und steht aktuell in Frankfurt bei 6,10 Euro.
© 4. März 2010/Margarethe Dawo

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