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Bonds Weekly: Bund-Future profitiert von Verunsicherung

Posted by Börse Stuttgart • Friday, January 22. 2010 • Category: Renten
Rentenreport der Börse Stuttgart KW 03 (18.01. bis 22.01.2010)

In der vergangenen Handelswoche konnte der Bund-Future wieder zulegen. Dabei profitierte er in erster Linie von der Verunsicherung aufgrund des griechischen Schuldenbergs und den Aussagen der europäischen Notenbanker. Die zahlreichen Unternehmensbilanzen aus den USA hatten hingegen kaum Einfluss auf das Geschehen bei den verzinslichen Wertpapieren.

Zum Wochenauftakt verlief der Handel an den Finanzmärkten in ruhigen Bahnen. „In den USA war Feiertag und so fehlten uns in Deutschland Impulse“, berichtet die Leiterin des Rentenhandels, Sabine Traub. Auch Marktbewegenden Konjunkturdaten standen noch nicht auf der Agenda. Am Dienstag sorgte die unerwartet hohe Inflationsrate aus Großbritannien für steigende Renditen und belastete den Bund-Future.

Zur Wochenmitte haben neben fallenden Aktienkursen und den Sorgen um den griechischen Staatshaushalt, insbesondere die Aussagen von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB) für Rückenwind gesorgt. So erwartet Direktoriumsmitglied Stark im ersten Halbjahr 2010 ein schwächeres Wachstum als im vergangenen Halbjahr. „Dies bestätigt einmal mehr die marktbeherrschende Meinung, dass die EZB so schnell nicht an der Zinsschraube drehen wird“, interpretiert Sabine Traub.

Am Donnerstag konnte sich der Bund-Future von seinen zwischenzeitlichen Verlusten vollständig erholen. Dabei halfen ihm auch die deutlichen Kursverluste am Aktienmarkt. Die finanziellen Sorgen des EU-Staates Griechenland machten sich insbesondere im Euro bemerkbar, der auf ein 6-Monats-Tief fiel. „Vermutlich kommt es zu Umschichtungen von anderen Anleihen in Bundesanleihen. Denn bisher hat die Abwärtsbewegung der Europäischen Währung den Bund-Future nicht belastet“, so die Rentenhändlerin.

Der Wochenausklang gestaltete sich an den Anleihenmärkten weiter freundlich. Die am Donnerstag veröffentlichten Pläne von US-Präsident Obama zur Bankenregulierung, die die Aktienmärkte belasteten und im Gegenzug für steigende Kurse bei den Zinstiteln sorgten, wirkten weiter nach.

Anlegertrends: Griechenland-Anleihen unter Druck

Zur Wochenmitte keimten die Sorgen um den EU-Staat Griechenland wieder auf und schickten nicht nur den Euro auf Tauchstation. „Auch Griechenland-Anleihen mussten über alle Laufzeiten hinweg Kursverluste hinnehmen“, berichtet Markus Gross, Anleihenhändler an der Stuttgarter Börse. Während institutionelle Anleger mehrheitlich verkauften, griffen private Investoren wieder zu. „Dabei haben vermutlich die Renditeaufschläge der Griechenland-Anleihen gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen die Anleger zum Kauf bewogen. Bei fünfjährigen Papieren beträgt der Aufschlag für griechische Papiere aktuell 3,15 Prozent“, so Markus Gross.

Per Montag wurden die neuen Staatsanleihen Irlands (WKN: A1ASGV) und Spaniens (WKN: A1ASF1) in den Handel am Börsenplatz Stuttgart aufgenommen. Am 18. Oktober 2020 endet die Laufzeit der Irland-Anleihe (Kupon 5,00 Prozent), am 30. April 2020 wird die vierprozentige Spanien-Anleihe fällig.

Seit Donnerstag ist die Anleihe des österreichischen Kasino-Dienstleisters Novomatic an der Stuttgarter Börse handelbar. Die Neuemission ist mit einem Kupon von 4,5 Prozent ausgestattet und läuft bis zum 22. Januar 2015. Kleinste handelbare Einheit sind 500 Euro nominal (WKN: A1ASFW).

Eine staatsgarantierte Anleihe steuert die Dexia Kommunalbank bei: Die feste Verzinsung beträgt 2,625 Prozent, am 21. Januar 2014 endet die Laufzeit. Das Emissionsvolumen beträgt 2,5 Milliarden Euro, die Mindeststückelung liegt bei 50.000 Euro nominal (WKN: A1ASGX).

Die KfW hat einen neuen Agency mit 3,625-prozentiger Verzinsung emittiert. Am 20. Januar 2020 endet die Laufzeit. Privatanlegerfreundlich ist die Mindeststückelung mit 1.000 Euro nominal (WKN: A1CR4S).

Auch die Deutsche Pfandbriefbank ist mit einer Neuemission vertreten. Der Jumbo-Pfandbrief ist mit einer siebenjährigen Laufzeit und einem festen Kupon von 3,375 Prozent ausgestattet. Das Emissionsvolumen liegt bei 1 Milliarde Euro, die kleinste handelbare Einheit bei 1.000 Euro nominal (WKN: A1A6PY).

Der Mischkonzern Franz Haniel hat ebenfalls eine neue Anleihe begeben, die ab nächsten Mittwoch an der Stuttgarter Börse handelbar sein wird. Der Bond hat eine Laufzeit von sieben Jahren, verzinst sich mit 5,875 Prozent und ist mit einer privatanlegerfreundlichen Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal ausgestattet. Im Falle einer Rating-Herabstufung erhöht sich der Kupon um 0,125 Prozent (ISIN: XS0482703286).

Aktuelle Informationen zum Geschehen an den Anleihenmärkten: Ab sofort finden Sie hier (https://www.boerse-stuttgart.de/de/aktuelles/boersestuttgarttv/boersestuttgarttv.html)das wöchentliche Video-Interview mit unserer Anleihen-Expertin Sabine Traub.

Quelle: Börse Stuttgart

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