Bonds Weekly: EZB-Sitzung ohne große Überraschungen
Posted by Börse Stuttgart • Friday, January 15. 2010 • Category: Renten
Rentenreport der Börse Stuttgart kw 02 (11.01. bis 15.01.2010)
In einer Woche voller Konjunktur – und Unternehmensdaten, sowie der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) blieben große Bewegungen des Anleihenbarometers aus. Per Saldo konnte der Bund-Future leicht zulegen.
Bei einem noch dürftig gefüllten Datenkalender konnte der Bund-Future in den ersten beiden Handelstagen der Woche zulegen. Zur Wochenmitte schloss das Anleihenbarometer nahezu unverändert. Die Mitteilung, dass die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 5 Prozent geschrumpft ist, konnte die Marktteilnehmer kaum schocken. Die Analysten hatten im Vorfeld bereits mit einem Rückgang von 4,8 Prozent gerechnet.
Auf der turnusmäßigen Notenbanksitzung der EZB wurden die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 1,00 Prozent bestätigt. „Den Worten den Notenbanker war auch nicht zu entnehmen, dass wir mit einer baldigen Zinserhöhung rechnen müssen. Die EZB äußerte sich zudem verhalten optimistisch zur weiteren konjunkturellen Entwicklung“, berichtet die Leiterin des Stuttgarter Anleihenhandels, Sabine Traub. Die am Nachmittag gemeldeten US-Konjunkturdaten aus den USA lagen mehrheitlich unter den Erwartungen. Entgegen den Prognosen sanken die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 0,3 Prozent im Monatsvergleich, während Volkswirte mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der Vorwoche fielen mit 444.000 leicht höher aus als die erhofften 438.000. Dagegen stiegen die Lagerbestände der US-Unternehmen im November mit 0,4 Prozent um 0,1 Prozent stärker, an als die Konsensschätzungen nahegelegt hatten.
Heute Nachmittag stehen noch zahlreiche US-Konjunkturdaten auf der Agenda, die für neue Impulse sorgen könnten. So werden um 15.15 Uhr Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung im vergangenen Monat veröffentlicht, wenig später folgt das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Bislang verläuft der Handel in ruhigen Bahnen.
Anlegertrends: Argentinien-Anleihen im Fokus – Neuemissionsflut an der Börse Stuttgart
Ein amerikanischer Richter hat wegen einer Klage von Anleihegläubigern Reserven der argentinischen Zentralbank in Höhe von 1,7 Millionen US-Dollar eingefroren. Obwohl es sich um einen relativ geringen Geldbetrag handelt, reagierten die Anleger am Dienstag verunsichert. „Einige Privatanleger haben sich von Argentinien-Anleihen getrennt, die Kurse gerieten etwas unter Druck“, so die Anleihenexpertin. Generell sind Argentinien-Anleihen in Stuttgart aber gefragt und konnten in den vergangenen Monaten deutlich ansteigen. Denn die Regierung hat angekündigt, in Kürze ein neues Angebot für die Umschuldung von notleidenden Argentinien-Anleihen zu unterbreiten. „Da Argentinien wieder an den internationalen Kapitalmarkt zurück kehren möchte, müssen zuvor die Altlasten beseitigt werden. Insofern hoffen die Anleger, die das Umtauschangebot von 2005 nicht angenommen haben oder diese Anleihen aus spekulativen Gründen halten, auf ein attraktives Angebot für die nicht bedienten Papiere“ erklärt Sabine Traub.
Jamaica-Anleihen, die nach der Ratingherabstufung im vergangenen Jahr vom Markt abgestraft wurden, konnten sich in den letzten Wochen wieder erholen. Nach Ansicht von Händlern kehrt langsam wieder Vertrauen zurück. „Die Anleger haben die niedrigen Notierungen wieder zum Einstieg genutzt“, so die Expertin.
Hybridanleihen auf Banken und Versicherungen erfreuten sich in den vergangenen beiden Wochen ebenfalls reger Nachfrage. Insbesondere Titel der Deutschen Bank und der Versicherer Allianz, AXA, Swiss RE und Hannover Rück wurden gekauft. In der Vorwoche legten die Notierungen zu, in den vergangenen Tagen blieben sie konstant.
Mittlerweile sind nicht nur Banken, sondern auch zahlreiche Industrieunternehmen wieder am Neuemissionsmarkt aktiv. „Nach wie vor ist viel Liquidität im Markt vorhanden, die angelegt werden will. Viele Anleger haben den Neuemissionen bereits entgegen gefiebert“, berichtet die Rentenexpertin. Eine Auswahl stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der unten stehenden Tabelle „Aktuelle Neuemissionen an der Börse Stuttgart“.
Eine zehnjährige Anleihe der niederländischen Rabobank ist seit Montag am Börsenplatz Stuttgart notiert. Der feste Kupon liegt bei 4,125 Prozent, das Emissionsvolumen beträgt 3,5 Milliarden Euro. Bei einem aktuell Kurs von 100,21 Prozent ergibt sich auf Laufzeitende hin eine Rendite von 4,10 Prozent. Die Mindeststücklung liegt bei 1.000 Euro nominal (WKN: A1AR4T).
Seit Mittwoch sind die beiden BMW-Neuemissionen an der Börse Stuttgart handelbar. Eine Anleihe mit Laufzeitende am 18. April 2013 und einer festen Verzinsung von 2,875 Prozent (WKN: A1ASBM), sowie ein siebenjähriger Bond mit einem Kupon von 3,875 Prozent (WKN: A1ASBN).
Die Neuemissionen des Stuttgarter Konkurrenten Daimler sind per heute notiert: Eine siebenjährige Anleihe, die sich mit 4,125 Prozent verzinst (WKN: A1C9VQ), und eine Anleihe mit Fälligkeit am 19. Juli 2013 und 3-prozentiger Verzinsung (WKN: A1C9VP). Die Mindeststückelungen aller vier Neuemissionen sind privatanlegerfreundlich und betragen jeweils 1.000 Euro nominal.
Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ist seit Donnerstag mit zwei neuen Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro an der Börse Stuttgart vertreten. Die im August 2015 fällige Anleihe verzinst sich mit 6,5 Prozent (WKN: A1C90M), die 2020 auslaufende Emission ist mit einem festen Kupon von 7,5 Prozent ausgestattet (WKN: A1C90N). Die Mindeststücklung beträgt 1.000 Euro nominal. Mit dem Erlös möchte das Unternehmen Bankkredite zurückzahlen.
Die Finanztochter des Medizinkonzerns Fresenius Medical Care steuert per heute eine neue Anleihe bei. Bei 5,5 Prozent liegt die feste Verzinsung, am 15. Juli 2016 endet die Laufzeit. Kleinste handelbare Einheit und zugleich auch Mindeststückelung sind 1.000 Euro nominal (WKN: A1ASFG).
Ab Montag ist erstmals eine Solarworld-Anleihe mit großem Emissionsvolumen an der Börse Stuttgart gelistet. Die Neuemission verzinst sich mit einem festen Kupon von 6,125 Prozent und läuft bis 21. Januar 2017. Das Emissionsvolumen beträgt 400 Millionen Euro, die Mindeststücklung liegt bei 1.000 Euro nominal (WKN: A1CR73).
Aktuelle Informationen zum Geschehen an den Anleihenmärkten: Ab sofort finden Sie hier (https://www.boerse-stuttgart.de/de/aktuelles/boersestuttgarttv/boersestuttgarttv.html)das wöchentliche Video-Interview mit unserer Anleihen-Expertin Sabine Traub.
Quelle: Börse Stuttgart
In einer Woche voller Konjunktur – und Unternehmensdaten, sowie der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) blieben große Bewegungen des Anleihenbarometers aus. Per Saldo konnte der Bund-Future leicht zulegen.
Bei einem noch dürftig gefüllten Datenkalender konnte der Bund-Future in den ersten beiden Handelstagen der Woche zulegen. Zur Wochenmitte schloss das Anleihenbarometer nahezu unverändert. Die Mitteilung, dass die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 5 Prozent geschrumpft ist, konnte die Marktteilnehmer kaum schocken. Die Analysten hatten im Vorfeld bereits mit einem Rückgang von 4,8 Prozent gerechnet.
Auf der turnusmäßigen Notenbanksitzung der EZB wurden die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 1,00 Prozent bestätigt. „Den Worten den Notenbanker war auch nicht zu entnehmen, dass wir mit einer baldigen Zinserhöhung rechnen müssen. Die EZB äußerte sich zudem verhalten optimistisch zur weiteren konjunkturellen Entwicklung“, berichtet die Leiterin des Stuttgarter Anleihenhandels, Sabine Traub. Die am Nachmittag gemeldeten US-Konjunkturdaten aus den USA lagen mehrheitlich unter den Erwartungen. Entgegen den Prognosen sanken die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 0,3 Prozent im Monatsvergleich, während Volkswirte mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der Vorwoche fielen mit 444.000 leicht höher aus als die erhofften 438.000. Dagegen stiegen die Lagerbestände der US-Unternehmen im November mit 0,4 Prozent um 0,1 Prozent stärker, an als die Konsensschätzungen nahegelegt hatten.
Heute Nachmittag stehen noch zahlreiche US-Konjunkturdaten auf der Agenda, die für neue Impulse sorgen könnten. So werden um 15.15 Uhr Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung im vergangenen Monat veröffentlicht, wenig später folgt das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Bislang verläuft der Handel in ruhigen Bahnen.
Anlegertrends: Argentinien-Anleihen im Fokus – Neuemissionsflut an der Börse Stuttgart
Ein amerikanischer Richter hat wegen einer Klage von Anleihegläubigern Reserven der argentinischen Zentralbank in Höhe von 1,7 Millionen US-Dollar eingefroren. Obwohl es sich um einen relativ geringen Geldbetrag handelt, reagierten die Anleger am Dienstag verunsichert. „Einige Privatanleger haben sich von Argentinien-Anleihen getrennt, die Kurse gerieten etwas unter Druck“, so die Anleihenexpertin. Generell sind Argentinien-Anleihen in Stuttgart aber gefragt und konnten in den vergangenen Monaten deutlich ansteigen. Denn die Regierung hat angekündigt, in Kürze ein neues Angebot für die Umschuldung von notleidenden Argentinien-Anleihen zu unterbreiten. „Da Argentinien wieder an den internationalen Kapitalmarkt zurück kehren möchte, müssen zuvor die Altlasten beseitigt werden. Insofern hoffen die Anleger, die das Umtauschangebot von 2005 nicht angenommen haben oder diese Anleihen aus spekulativen Gründen halten, auf ein attraktives Angebot für die nicht bedienten Papiere“ erklärt Sabine Traub.
Jamaica-Anleihen, die nach der Ratingherabstufung im vergangenen Jahr vom Markt abgestraft wurden, konnten sich in den letzten Wochen wieder erholen. Nach Ansicht von Händlern kehrt langsam wieder Vertrauen zurück. „Die Anleger haben die niedrigen Notierungen wieder zum Einstieg genutzt“, so die Expertin.
Hybridanleihen auf Banken und Versicherungen erfreuten sich in den vergangenen beiden Wochen ebenfalls reger Nachfrage. Insbesondere Titel der Deutschen Bank und der Versicherer Allianz, AXA, Swiss RE und Hannover Rück wurden gekauft. In der Vorwoche legten die Notierungen zu, in den vergangenen Tagen blieben sie konstant.
Mittlerweile sind nicht nur Banken, sondern auch zahlreiche Industrieunternehmen wieder am Neuemissionsmarkt aktiv. „Nach wie vor ist viel Liquidität im Markt vorhanden, die angelegt werden will. Viele Anleger haben den Neuemissionen bereits entgegen gefiebert“, berichtet die Rentenexpertin. Eine Auswahl stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der unten stehenden Tabelle „Aktuelle Neuemissionen an der Börse Stuttgart“.
Eine zehnjährige Anleihe der niederländischen Rabobank ist seit Montag am Börsenplatz Stuttgart notiert. Der feste Kupon liegt bei 4,125 Prozent, das Emissionsvolumen beträgt 3,5 Milliarden Euro. Bei einem aktuell Kurs von 100,21 Prozent ergibt sich auf Laufzeitende hin eine Rendite von 4,10 Prozent. Die Mindeststücklung liegt bei 1.000 Euro nominal (WKN: A1AR4T).
Seit Mittwoch sind die beiden BMW-Neuemissionen an der Börse Stuttgart handelbar. Eine Anleihe mit Laufzeitende am 18. April 2013 und einer festen Verzinsung von 2,875 Prozent (WKN: A1ASBM), sowie ein siebenjähriger Bond mit einem Kupon von 3,875 Prozent (WKN: A1ASBN).
Die Neuemissionen des Stuttgarter Konkurrenten Daimler sind per heute notiert: Eine siebenjährige Anleihe, die sich mit 4,125 Prozent verzinst (WKN: A1C9VQ), und eine Anleihe mit Fälligkeit am 19. Juli 2013 und 3-prozentiger Verzinsung (WKN: A1C9VP). Die Mindeststückelungen aller vier Neuemissionen sind privatanlegerfreundlich und betragen jeweils 1.000 Euro nominal.
Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ist seit Donnerstag mit zwei neuen Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro an der Börse Stuttgart vertreten. Die im August 2015 fällige Anleihe verzinst sich mit 6,5 Prozent (WKN: A1C90M), die 2020 auslaufende Emission ist mit einem festen Kupon von 7,5 Prozent ausgestattet (WKN: A1C90N). Die Mindeststücklung beträgt 1.000 Euro nominal. Mit dem Erlös möchte das Unternehmen Bankkredite zurückzahlen.
Die Finanztochter des Medizinkonzerns Fresenius Medical Care steuert per heute eine neue Anleihe bei. Bei 5,5 Prozent liegt die feste Verzinsung, am 15. Juli 2016 endet die Laufzeit. Kleinste handelbare Einheit und zugleich auch Mindeststückelung sind 1.000 Euro nominal (WKN: A1ASFG).
Ab Montag ist erstmals eine Solarworld-Anleihe mit großem Emissionsvolumen an der Börse Stuttgart gelistet. Die Neuemission verzinst sich mit einem festen Kupon von 6,125 Prozent und läuft bis 21. Januar 2017. Das Emissionsvolumen beträgt 400 Millionen Euro, die Mindeststücklung liegt bei 1.000 Euro nominal (WKN: A1CR73).
Aktuelle Informationen zum Geschehen an den Anleihenmärkten: Ab sofort finden Sie hier (https://www.boerse-stuttgart.de/de/aktuelles/boersestuttgarttv/boersestuttgarttv.html)das wöchentliche Video-Interview mit unserer Anleihen-Expertin Sabine Traub.
Quelle: Börse Stuttgart

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