Diese Aktien trotzen dem Crash! – Teil 4
Posted by Armin Brack • Wednesday, February 20. 2008 • Category: Aktien
++ 5 Internationale Aktien mit hoher relativer Stärke! ++
Eine Fundgrube für internationale Top-Werte ist nach wie vor der US-Markt. Denn viele Blue Chips lassen es sich nicht nehmen, ein Zweitlisting in den USA durchzuführen. Allerdings entwickelt sich hier der Börsenplatz London immer mehr zu einem Konkurrenten. Viele China-Werte bevorzugen inzwischen London beim Initial Public Offering (IPO).
Nichtsdestotrotz: Meine Screener haben ein paar Top-Werte auf Allzeit-Hochs ausgespuckt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Wie oben erwähnt führt derzeit kein Weg am Rohstoffmarkt vorbei. Zwei der fünf Top-Werte sind dem Bereich Agrar/Dünger zuzuordnen, gefolgt von einem Ölwert, einem Stahlriesen und schließlich einem Kohleproduzenten.
Liebe Leser, diese Auswahl ist von mir nicht bewusst rohstofflastig gestaltet worden. Es handelt sich dabei schlicht um die einzigen Blue Chips, die im vergangenen Jahr deutlich zulegen konnten und in der Nähe ihrer Allzeit-Hochs notieren. Das macht eines deutlich:
Wenn Sie momentan auf der Long-Seite richtig Geld verdienen möchten, dann müssen Sie im Bereich Rohstoffe/Alternative Energy zumindest einen Fuß in der Tür haben! Hier nun die Titel in der Einzelübersicht:
Die Top-Werte international
Mechel OAO ist der größte russische Stahlproduzent. Mechel ist ein integrierter Konzern, der auch selbst die Rohstoffe für die Stahlproduktion beschafft, nämlich Kokskohle und Kesselkohle (steam coal) sowie Eisenerz. Die Rohstoffpreise sind hier zuletzt enorm gestiegen - sowohl bei Kohle als auch bei Eisenerz. Das machte den zunehmenden Preisdruck bei Stahl selber mehr als wett.
Hinzu kommt bei Mechel: Der Konzern litt bisher unter einem Komglomeratsabschlag bei der Bewertung. Das heißt, in der Summe war die Aktie weniger Wert als ihre Einzelteile. Mischunternehmen werden an der Börse traditionell mit einem Discount gehandelt.
Das könnte sich aber nun ändern, weil Mechel einen Spin-Off seines Explorationsgeschäfts beschlossen hat. 20 Prozent des Minen-Segments sollen als eigenständiges IPO an der Börse platziert werden. Analysten haben ihre Wertschätzungen bereits nach oben korrigiert, weil Mechel sein eigenes Mining-Geschäft mit 20 Milliarden US-Dollar bewertet.
Das ist aber rund 38 Prozent höher als erwartet. Goldman Sachs-Analyst Vasily Nikolaev sagt daher: "Wenn Mechel tatsächlich diesen Preis am Markt durchdrücken kann, ist die Aktie rund 132 US-Dollar Wert. Aktuell notiert das Papier nur bei rund 109 US-Dollar.
Ähnlich stark präsentierten sich zuletzt am US-Markt auch die Düngemittelhersteller, allen voran Potash Corporation of Saskatchewan (POT) und CF Industries (CF).
Düngerhersteller können am Markt momentan immense Preissteigerungen durchdrücken, weil die Nachfrage von Seiten der Landwirtschaft extrem hoch ist. Dies hat wiederum verschiedene Ursachen: Die Preise für Mais, Weizen und Sojabohnen kennen derzeit kein Halten und marschieren von Hoch zu Hoch. Und zwar trotz Rekordernten!
Das ist in hohem Maße ungewöhnlich. Rick Tolman, Direktor beim Landwirtschaftsbundesverband National Corn Growers Association, sagt beispielsweise: "Wir haben noch nie ein Jahr gehabt, in dem wir eine Rekordernte eingefahren haben und die Preise gleichzeitig weiter gestiegen sind." Denn: Rekordernte bedeutet ein hohes Angebot an Getreide und daher rückläufige Preise. Nicht so in diesem Jahr: "Das liegt daran, dass wir durch die hohe Nachfrage nach Ethanol einen nachfragegetriebenen Markt haben."
Im Klartext: Die Nachfrage ist so hoch, dass selbst Rekordernten sie kaum bedienen können. Doch woher kommt der hohe Bedarf? Es gibt verschiedene Ursachen.
1. Durch die extreme staatliche Förderung von Biokraftstoffen, in den USA speziell für Bioethanol, wird die Nachfrage künstlich angeheizt.
2. Der unvermeidliche "China-Effekt". 1,3 Milliarden Einwohner müssen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. China hat in den letzten zehn Jahren die Maisexporte wegen des hohen Eigenbedarfs konstant verringert - und damit auch das zur Verfügung stehende Angebot am Weltmarkt.
3. Speziell bei den für Dünger neben Stickstoff wichtigsten Bestandteilen Phosphat und Kalium kann die Rohstoffproduktion nicht schnell genug an die steigende Nachfrage angepasst werden. Vom Baubeginn neuer Minen bis zum Produktionsstart vergehen fünf bis sieben Jahre.
4. Bauern ernten inzwischen einen größeren Teil der Pflanzenabfälle als früher mit ab. Das wiederum entzieht dem Boden den natürlichen Dünger. Somit steigt der benötigte Dünger im folgenden Jahr.
Schließlich kommen - wie neuerdings immer - die Spekulanten hinzu, die bei Boommärkten die Preise durch spekulative Käufe noch weiter nach oben treiben, als dies eigentlich fundamental gerechtfertigt wäre.
Unternehmen wie Potash oder CF Industries gehören zu den größten Profiteuren. Wie damals im kalifornischen Goldrausch 1848 verkaufen sie quasi den Goldgräbern die Schaufeln - und machen damit glänzende Geschäfte. Marktführer Potash erwartet im aktuellen ersten Quartal 2008 eine Gewinnsteigerung von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. CF Industries meldete vergangenen Freitag einen schier unglaublichen Gewinnanstieg von 8 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2006 auf 135,4 Millionen oder 2,38 US-Dollar je Aktie im gerade zu Ende gegangenen letzten Quartal 2007.
Entsprechend kennen die Aktien beider Unternehmen kein Halten mehr:
Experten gehen von einer differenzierten Preisentwicklung der Düngerrohstoffe aus. In einer neuen Analyse sieht Jacob Bout von CIBC World Markets vor allem bei Kalium und Phosphat weiter steigende Preise bis Mitte 2009(!), während er bei Stickstoff bereits in 2008 mit leicht nachgebenden Notierungen rechnet. Demnach sollten Anleger, die in allen drei Segmenten in etwa gleich starke Potash Corporation of Saskatechewan gegenüber den auf Stickstoff fokussierten CF Industries bevorzugen.
Lesen Sie morgen den 5. Teil zum Thema
„Diese Aktien trotzen dem Crash!“
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Eine Fundgrube für internationale Top-Werte ist nach wie vor der US-Markt. Denn viele Blue Chips lassen es sich nicht nehmen, ein Zweitlisting in den USA durchzuführen. Allerdings entwickelt sich hier der Börsenplatz London immer mehr zu einem Konkurrenten. Viele China-Werte bevorzugen inzwischen London beim Initial Public Offering (IPO).
Nichtsdestotrotz: Meine Screener haben ein paar Top-Werte auf Allzeit-Hochs ausgespuckt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Wie oben erwähnt führt derzeit kein Weg am Rohstoffmarkt vorbei. Zwei der fünf Top-Werte sind dem Bereich Agrar/Dünger zuzuordnen, gefolgt von einem Ölwert, einem Stahlriesen und schließlich einem Kohleproduzenten.
Liebe Leser, diese Auswahl ist von mir nicht bewusst rohstofflastig gestaltet worden. Es handelt sich dabei schlicht um die einzigen Blue Chips, die im vergangenen Jahr deutlich zulegen konnten und in der Nähe ihrer Allzeit-Hochs notieren. Das macht eines deutlich:
Wenn Sie momentan auf der Long-Seite richtig Geld verdienen möchten, dann müssen Sie im Bereich Rohstoffe/Alternative Energy zumindest einen Fuß in der Tür haben! Hier nun die Titel in der Einzelübersicht:
Die Top-Werte international
Mechel OAO ist der größte russische Stahlproduzent. Mechel ist ein integrierter Konzern, der auch selbst die Rohstoffe für die Stahlproduktion beschafft, nämlich Kokskohle und Kesselkohle (steam coal) sowie Eisenerz. Die Rohstoffpreise sind hier zuletzt enorm gestiegen - sowohl bei Kohle als auch bei Eisenerz. Das machte den zunehmenden Preisdruck bei Stahl selber mehr als wett.
Hinzu kommt bei Mechel: Der Konzern litt bisher unter einem Komglomeratsabschlag bei der Bewertung. Das heißt, in der Summe war die Aktie weniger Wert als ihre Einzelteile. Mischunternehmen werden an der Börse traditionell mit einem Discount gehandelt.
Das könnte sich aber nun ändern, weil Mechel einen Spin-Off seines Explorationsgeschäfts beschlossen hat. 20 Prozent des Minen-Segments sollen als eigenständiges IPO an der Börse platziert werden. Analysten haben ihre Wertschätzungen bereits nach oben korrigiert, weil Mechel sein eigenes Mining-Geschäft mit 20 Milliarden US-Dollar bewertet.
Das ist aber rund 38 Prozent höher als erwartet. Goldman Sachs-Analyst Vasily Nikolaev sagt daher: "Wenn Mechel tatsächlich diesen Preis am Markt durchdrücken kann, ist die Aktie rund 132 US-Dollar Wert. Aktuell notiert das Papier nur bei rund 109 US-Dollar.
Ähnlich stark präsentierten sich zuletzt am US-Markt auch die Düngemittelhersteller, allen voran Potash Corporation of Saskatchewan (POT) und CF Industries (CF).
Düngerhersteller können am Markt momentan immense Preissteigerungen durchdrücken, weil die Nachfrage von Seiten der Landwirtschaft extrem hoch ist. Dies hat wiederum verschiedene Ursachen: Die Preise für Mais, Weizen und Sojabohnen kennen derzeit kein Halten und marschieren von Hoch zu Hoch. Und zwar trotz Rekordernten!
Das ist in hohem Maße ungewöhnlich. Rick Tolman, Direktor beim Landwirtschaftsbundesverband National Corn Growers Association, sagt beispielsweise: "Wir haben noch nie ein Jahr gehabt, in dem wir eine Rekordernte eingefahren haben und die Preise gleichzeitig weiter gestiegen sind." Denn: Rekordernte bedeutet ein hohes Angebot an Getreide und daher rückläufige Preise. Nicht so in diesem Jahr: "Das liegt daran, dass wir durch die hohe Nachfrage nach Ethanol einen nachfragegetriebenen Markt haben."
Im Klartext: Die Nachfrage ist so hoch, dass selbst Rekordernten sie kaum bedienen können. Doch woher kommt der hohe Bedarf? Es gibt verschiedene Ursachen.
1. Durch die extreme staatliche Förderung von Biokraftstoffen, in den USA speziell für Bioethanol, wird die Nachfrage künstlich angeheizt.
2. Der unvermeidliche "China-Effekt". 1,3 Milliarden Einwohner müssen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. China hat in den letzten zehn Jahren die Maisexporte wegen des hohen Eigenbedarfs konstant verringert - und damit auch das zur Verfügung stehende Angebot am Weltmarkt.
3. Speziell bei den für Dünger neben Stickstoff wichtigsten Bestandteilen Phosphat und Kalium kann die Rohstoffproduktion nicht schnell genug an die steigende Nachfrage angepasst werden. Vom Baubeginn neuer Minen bis zum Produktionsstart vergehen fünf bis sieben Jahre.
4. Bauern ernten inzwischen einen größeren Teil der Pflanzenabfälle als früher mit ab. Das wiederum entzieht dem Boden den natürlichen Dünger. Somit steigt der benötigte Dünger im folgenden Jahr.
Schließlich kommen - wie neuerdings immer - die Spekulanten hinzu, die bei Boommärkten die Preise durch spekulative Käufe noch weiter nach oben treiben, als dies eigentlich fundamental gerechtfertigt wäre.
Unternehmen wie Potash oder CF Industries gehören zu den größten Profiteuren. Wie damals im kalifornischen Goldrausch 1848 verkaufen sie quasi den Goldgräbern die Schaufeln - und machen damit glänzende Geschäfte. Marktführer Potash erwartet im aktuellen ersten Quartal 2008 eine Gewinnsteigerung von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. CF Industries meldete vergangenen Freitag einen schier unglaublichen Gewinnanstieg von 8 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2006 auf 135,4 Millionen oder 2,38 US-Dollar je Aktie im gerade zu Ende gegangenen letzten Quartal 2007.
Entsprechend kennen die Aktien beider Unternehmen kein Halten mehr:
Experten gehen von einer differenzierten Preisentwicklung der Düngerrohstoffe aus. In einer neuen Analyse sieht Jacob Bout von CIBC World Markets vor allem bei Kalium und Phosphat weiter steigende Preise bis Mitte 2009(!), während er bei Stickstoff bereits in 2008 mit leicht nachgebenden Notierungen rechnet. Demnach sollten Anleger, die in allen drei Segmenten in etwa gleich starke Potash Corporation of Saskatechewan gegenüber den auf Stickstoff fokussierten CF Industries bevorzugen.
Lesen Sie morgen den 5. Teil zum Thema
„Diese Aktien trotzen dem Crash!“
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